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01.10.2009

Lächerliche Strafe für Tierquäler

SCHWEIZ – Wegen Tierquälerei musste sich ein ehemaliger Schweinezüchter vor dem Bezirksgericht Kreuzlingen verantworten. Er wurde zu einer bedingten Geldstrafe verurteilt. Er habe seine Tiere keinesfalls quälen wollen, beteuerte der 51-jähriger Mann.

Die Bank habe seine Konten im Januar 2007 gesperrt. Was an finanziellen Mitteln hereingekommen sei, habe man für die Hypotheken statt für die Schweine verwendet. Geeignetes Futter für seine Schweine konnte er sich nicht mehr kaufen. Ernährt wurden die Tiere mit einer Suppe aus Wasser und Getreide – im Bewusstsein des Züchters, dass diese Ernährung ohne Eiweisskonzentrat einseitig und damit nicht optimal für die Tiere sei. Er habe damit gerechnet, dass die Schweine etwas langsamer wachsen würden, sei sich aber nicht bewusst gewesen, dass es solch gravierende Auswirkungen haben könnte. Bei einer Kontrolle im März 2007 hatte der Tierschutzbeauftragte des Veterinäramtes bei einer unangemeldeten Kontrolle im Stall schlimme Zustände angetroffen. So lagen 57 nicht gehfähige, stark abgemagerte Mastschweine in den Buchten. Zehn Tiere lagen tot im Stallgang. Nach einer tierärztlichen Kontrolle mussten 57 Tiere sofort getötet und entsorgt werden. 20 Mastschweine und acht Mutterschweine wurden am nächsten Tag geschlachtet. Auf die Frage, weshalb er nicht von selbst und früher auf den schlechter werdenden Gesundheitszustand seiner Tiere reagiert und diese beispielsweise verkauft oder geschlachtet habe, sagte der Angeklagte, dass dies nicht möglich gewesen sei. Niemand kaufte eines seiner Schweine, da diese nicht das nötige Schlachtgewicht aufwiesen. Das Bezirksgericht sah den Umstand der Tierquälerei als erwiesen und folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Angeklagte wurde zu einer lächerlichen Geldstrafe von 180 Tagessätzen à 30 Franken verurteilt, bedingt erlassen bei einer Probezeit von 4 Jahren. Daneben muss er eine Busse von 1500 Franken, die Untersuchungskosten von 1051 Franken sowie die Gerichtskosten von 600 Franken bezahlen. Den Bauernhof hat der ehemalige Schweinezüchter unterdessen verkauft. Mit dem Erlös will die Familie eine neue Existenz mit Schafen aufbauen. Da das neue Tierschutzgesetz erst später in Kraft getreten ist, fiel auch die Strafe so mild aus. Im Bereich Tierhaltung darf dem Angeklagten nichts mehr passieren. Nach dem neuen Gesetz macht man sich viel schneller strafbar.



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