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21.08.2009

Lärm behindert das Sex-Leben von Fröschen

AUSTRALIEN - Der Grund für die zurückgehende Froschpopulation in Städten könnte laut einer australischen Studie im Lärm liegen, der das quakende Liebeslied von Froschmännchen übertönt.

Denn während ein Tier der Studie zufolge ohne Hintergrundgeräusche in einem Umkreis von 800 Metern von Weibchen gehört wird, erreicht es in der Nähe von Hauptverkehrsstrassen nur noch Artgenossinnen in weniger als 14 Meter Entfernung. Wenn ein Frosch laut oder schnell oder lange ruft oder das alles kombiniert, dann zeigt das, dass er fit und stark ist. Das Quaken sei das wichtigste Instrument der Männchen bei dem Versuch, paarungswillige Partnerinnen in ihren Teich zu locken. Dass die Rufe bei viel Lärm untergehen, mache es deutlich schwieriger, Partnerinnen anzuziehen.

Die Forscher hatten für ihre Studie seit dem Jahr 2000 Frösche in mehr als 100 Teichen in Melbourne beobachtet. Besonders Frösche mit tiefer Stimme sind betroffen, weil sie gegen die ebenfalls tiefen Geräusche von Verkehr und Maschinen wie Klimaanlagen anquaken müssten. Eine braune Baumfrosch-Art hat sich demnach sogar dem Lärmpegel angepasst: Sie quakt nun in höheren Tönen. Während das normale Quaken des Frosches im lautesten Teil von Melbourne nur in einem Umkreis von 19 Metern von Weibchen gehört werden kann, erreicht ein Artgenosse mit hoher Stimme fünf zusätzliche Meter.

Es gibt es immer mehr Belege dafür, dass Lärm in Städten das Verhalten von Tieren beeinflusst. In Sheffield in Grossbritannien habe man beispielsweise herausgefunden, dass manche Vögel inzwischen nachts singen, weil ihre Lebensräume tagsüber zu laut seien.