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12.09.2013

Lebende Fracht am Zürcher Flughafen

SCHWEIZ – Am Zürcher Flughafen wartete gestern Nachmittag eine ganz besondere, lebende Fracht auf die Verladung in die Maschine LX 288 nach Johannesburg (Südafrika): Die beiden Tiger Harun und Lina und die beiden Löwen Zac und Donna waren am Vortag von einem Expertenteam der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN aus einem völlig verwahrlosten, rumänischen Zoo in Onesti, Bezirk Bacau, gerettet und im Transporter zum Cargobereich des Zürcher Flughafens gebracht worden.

Bild: © VIER PFOTEN / Stefan Bohrer

Nachdem der VIER PFOTEN Tierarzt sich davon überzeugt hatte, dass die Grosskatzen die Fahrt zum Flughafen gut überstanden hatten, erhielten sie Futter und Wasser. Gestern Abend um 22:45 Uhr starteten sie dann nach Johannesburg. Heute Nachmittag werden sie in dem von VIER PFOTEN geführten Grosskatzen-Refugium LIONSROCK in Bethlehem (300 Kilometer von Johannesburg) ankommen und ihre grossen Eingewöhungsgehege beziehen.

Harun, Lina, Zac und Donna sind die letzten Grosskatzen, die im Zoo Onesti unter extrem trostlosen Bedingungen vegetierten. Dem Zoo Onesti wurde 2007 die Haltungsberechtigung für Wildtiere entzogen. Denn als Rumänien im Jahr 2007 der EU beitrat, hatte dies für das Land eine Verschärfung vieler Gesetze zur Folge, auch der Tierschutzgesetze. Die kleinen Gitterkäfige, in denen die Grosskatzen viele Jahre leben mussten, erfüllten bei weitem nicht die Mindestrichtlinien der EU. Der Zoo wurde daraufhin geschlossen, doch die Grosskatzen blieben verwahrlost zurück. Nach jahrelangen Verhandlungen erklärte sich schliesslich die Stadtverwaltung Onesti Anfang des Jahres bereit, die insgesamt zehn Grosskatzen an VIER PFOTEN zu übergeben. Sechs von ihnen hatte die Organisation bereits im April 2013 nach LIONSROCK gebracht.

“Wir freuen uns sehr, dass wir nun die letzten vier Grosskatzen im Zoo Onesti in unsere Obhut nehmen können“, erklärte Robert Hengl von VIER PFOTEN während der Übernahme im Zoo Onesti. „Harun, Lina, Zac und Donna leiden. Ihr Fell ist stumpf, die Augen sind matt, und sie stehen in den dunklen Käfigen in ihren eigenen Exkrementen. In wenigen Tagen werden sie im LIONSROCK ihre Würde und Lebensfreude wiederfinden.“

In vielen rumänischen Zoos werden immer noch Wildtiere unkontrolliert gezüchtet, die dann unter schlimmsten Umständen leben müssen. „Wir fordern das rumänische Umweltministerium auf, ein Gesetz zu erlassen, das die rumänischen Zoos verpflichtet, ein Geburtenkontrollprogramm anzuwenden. So könnte viel unnötiges Leid verhindert werden.“, sagte Robert Hengl.

 

Die vier Grosskatzen aus dem Zoo Onesti werden heute Nachmittag in LIONSROCK zum ersten Mal in ihrem Leben Gras unter den Pfoten spüren und von nun an die verschiedenen Jahreszeiten hautnah erleben. Nach einer Eingewöhnungszeit von einigen Monaten dürfen sie ihr endgültiges Zuhause beziehen: Riesige Gehege, die mindestens 10.000 Quadratmeter umfassen und damit 250 Mal grösser sind, als die Käfige, in denen sie bisher gehalten wurden.



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