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26.09.2013

Mehr Tierschutz in den Rebbergen

SCHWEIZ – In wenigen Wochen beginnt die Traubenlese in der Schweiz. Für die Winzer geht es darum, die Frucht der Arbeit eines ganzen Jahres zu ernten, deshalb spannen sie zum Schutz vor Vogelfrass Rebnetze. Werden diese nicht richtig montiert, sind sie tödliche Fallen für Vögel und Igel.

Diesen Herbst intensivieren die drei Organisationen Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, pro Igel und Schweizer Tierschutz STS ihre Kontrollen zu Rebnetzen in den Weinbaugebieten der Schweiz.

Der Schutz der Rebberge mit Netzen ist ein jährlich wiederkehrendes Thema. Vor allem Stare, Amseln und Singdrosseln, aber auch Feld- und Haussperlinge können regional empfindliche Schäden in den Rebbergen anrichten. Gut verständlich, dass die Weinbauern ihre wertvollen Früchte mit Netzen schützen. Weniger gut verständlich ist aber, dass immer noch viele dieser Netze nicht nach den Richtlinien des Merkblatts «Alles Vernetzt?» der Agroscope Changins-Wädenswil ACW gespannt werden. Jene Rebbauern, die ihre Netze nicht richtig anbringen, leisten ihren Berufskollegen, welche die Netze fachgemäss installieren, einen Bärendienst. Weinberge sind auch ein wichtiger Lebensraum für viele Vogel- und Tierarten, die es nicht auf die Trauben abgesehen haben. Vor allem an den Rändern sind häufig Igel anzutreffen. Schlampig montierte Netze sind für Vögel und Igel eine grosse Gefahr, weil sich diese leicht darin verfangen können. Beim Versuch, sich aus dem Netz zu befreien, verheddern sich die Tiere immer mehr, und es droht ihnen ein langer, unglaublich qualvoller Todeskampf.

Der Schweizer Vogelschutz SVS/BirdLife Schweiz, Vitiswiss, pro Igel, die Schweizerische Vogelwarte Sempach und der Schweizer Tierschutz STS bitten deshalb alle Rebbauern, die Rebnetze straff gespannt zu montieren und darauf zu achten, dass keine Netzteile am Boden liegen. Vitiswiss verlangt schon seit mehr als 10 Jahren, dass ihre Mitglieder die Regeln des Merkblatts «Alles Vernetzt?» einhalten.

Diesen Herbst startet eine Aktion für korrekt installierte Rebnetze. Weinberge in der Deutschschweiz und der Romandie werden besucht und auf korrekte Netzmontage hin kontrolliert. Im Anschluss daran wird mit den Weinproduzenten in den problematischen Gebieten nach Lösungen zur Verbesserung der Situation gesucht.   



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