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24.04.2012

Milde Winter für Schmetterlinge Überlebensprobe

Milde Winter fördern nicht automatisch den Artenreichtum in gemässigten Zonen. Viele Tierarten, die über die kalte Periode für gewöhnlich eine Starre- oder Ruhepause einlegen und dabei ihren Energiehaushalt auf ein Minimum drosseln, tun sich bei einem Ausbleiben der Kälte schwieriger.

Wärmere Temperaturen erschweren es etwa manchen Schmetterlingen, über die kalten Monate hinwegzukommen, wodurch bestimmte Arten in einen Überlebenskampf geraten und reduziert werden könnten. "Wir müssen noch viel über die Reaktion der Organismen auf den Klimawandel dazulernen", betont Jessica Hellmann von der University of Notre Dame http://nd.edu .

Wintervorräte auf Kälte ausgerichtet

Konkrete Hinweise dazu hat Hellmann mit ihrem Team soeben geliefert. Die Forscher beobachteten eine Schmetterlingsart namens Erynnis propertius, die an der nordamerikanischen Pazifikküste vorkommt und ihr Larvenstadium vorrangig in Eichen verbringt. "Im Sommer sammeln die Insekten Energiereserven, damit sie damit sowohl die Überwinterung als auch im Frühling die Metamorphose zum Schmetterling bestreiten können. Ihr Ziel ist, mit so viel Energie wie möglich durch den Winter zu kommen", erklärt Hellmann.

Wie bei der besagten Falterart deutlich wurde, kurbeln milde Winter den Stoffwechsel der Raupen an und lassen sie mehr Fett verbrennen als gewöhnlich. Das verkleinert noch nicht automatisch die Population: Falter in kühlen Umgebungen sind zwar auf stabil kalte Winter angewiesen, Artgenossen an wärmeren Orten mit grossen Temperaturschwankungen kompensieren milde Winter jedoch durch einen weniger empfindlichen Metabolismus. Diese Anpassungsfähigkeit hat aber Grenzen, denn trotz gesenkter Stoffwechselrate für wärmere Winter erfordert das Überleben dennoch deutlich mehr Energie als üblich, zeigten die Forscher.

Gefährliches Aufwachen

"Es gibt Anzeichen dafür, dass vor allem Raupen in jüngeren Stadien, die nach der Überwinterung noch weiter fressen, von genau denselben Effekten betroffen sind", berichtet Josef Settele vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) http://ufz.de . Ebenso gebe es Hinweise, dass milde Winter auch bei Faltern, die als Erwachsene überwintern, Schwierigkeiten hervorrufen, wenn die Falter im Winter zu oft "aufwachen". "Sie verbrauchen dann zwar Energie, nehmen aber keine neue zu sich, da keine Blüten als 'Tankstellen' zur Verfügung stehen", so der Schmetterlingsforscher.

Die grösste Gefährdung durch mildere Winter sieht Settele für kälte- und feuchtigkeitsliebende Arten. "Dazu gehören besonders jene Arten, die Moore und Feuchtgebiete besiedeln, wie etwa der Hochmoorperlmutterfalter oder das Grosse Wiesenvögelchen. Sie haben kühlere Ansprüche als unter dem Klimawandel gegeben sind."

Natur hinkt Klima nach

Wie der Klimawandel Europas Schmetterlinge und Vögel beeinflusst, hat Settele mit Kollegen im Jänner in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change" dargestellt. Mit der Temperaturerwärmung verschieben sich die Klimazonen nordwärts, konkret um 249 Kilometer seit 1990. Die Tierwelt wandert dem Klima nach - doch mit deutlichem Rückstand: Schmetterlinge haben ihren Lebensraum bisher um 114 Kilometer verlegt, Vögel sind hingegen erst 37 Kilometer gewandert, während Pflanzen erwartungsgemäss noch weniger mobil sind. Für die Ökologie ist das ein Alarmsignal: Lebensgemeinschaften drohen auf diese Weise zerrissen zu werden.

Quelle: pressetext.ch



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