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29.05.2009

Mit Brücken gegen Inzucht-Gefahr

MALAYSIA – Im Kampf gegen die vielfältigen Bedrohungen von Orang-Utan-Populationen müssen Tierschützer zuweilen neue Wege gehen. Im Schutzgebiet Lower Kinabatangan taten sie dies nun in Form einer Hängebrücke, welche die voneinander abgetrennten Teil-Populationen wieder verbinden und somit die drohende Inzucht-Gefahr verhindern soll.

Die neu erstellte, 43 Meter lange Hängebrücke durch die Baumkronen des Schutzgebietes soll Orang-Utans das Kennenlernen von möglichen Paarungspartnern erleichtern und damit eine mögliche Inzucht innerhalb der bisher voneinander getrennten Teil-Populationen verhindern.

Durch Rodungen für neue Wohngebiete oder auch Palmöl-Plantagen werden die in Malaysia und Indonesien lebenden Orang-Utans immer weiter aus bisherigen Lebensräumen verdrängt. Dabei passiert es auch immer wieder, dass durch ein Durchschneiden eines Lebensraumes Populationen getrennt werden und so kleinere Gruppen entstehen, die keinen Kontakt mehr zu anderen Artgenossen haben. Im Schutzgebiet Lower Kinabatangan beispielsweise ist die Population in zehn Gebiete aufgesplittert, die jeweils durch Plantagen und Dörfer voneinander getrennt sind. Durch die neue Hängebrücke soll nun die Möglichkeit geschaffen werden, dass die Orang Utans diese Hindernisse überwinden und wieder Kontakte zwischen den Teil-Populationen herstellen können.