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16.07.2010

Mögliches Haustier-Handelsverbot in San Francisco erregt Aufsehen

USA - In den USA schlägt eine von einem Tierschutzaktivisten angestossene Initiative für ein Haustier-Handelsverbot in San Francisco unerwartet hohe Wellen. Philip Gerrie, Bienenzüchter und Sekretär der offiziellen Tierschutzkommission der US-Metropole, hatte nach eigener Aussage nur die Idee, bei einer Sitzung der Kommission einen Vorschlag für ein Verbot von Zuchtbetrieben für Hunde und Katzen einzubringen.

In den USA gibt es Schätzungen zufolge rund 4.000 sogenannte «Puppy Mills», in denen pro Jahr mehr als 500.000 Hunde gezüchtet werden. Seit langem haben Tierschützer auf die Zustände in den Massenzuchtbetrieben hingewiesen. In der kalifornischen Stadt West Hollywood war deshalb schon ein Verbot der Massenaufzucht durchgesetzt worden. Das gleiche wollte Gerrie nun auch in der Stadt erreichen, die nach dem Schutzpatron der Tiere, Franz von Assisi, benannt wurde.

Während der Sitzung sei sein Vorschlag auf ein allgemeines Verkaufsverbot für Kleintiere ausgeweitet worden, erzählt Gerrie. Damit wären auch Tiere wie Wüstenrennmäuse, Meerschweinchen, Vögel, Hamster, Schildkröten, Schlangen und Ratten betroffen. Schliesslich würden alle diese Tiere in Tierheimen eingeschläfert, erklärt er. Der Handel mit Hasen und Küken war in San Francisco schon vorher verboten worden.

Als daraufhin die Tageszeitung «The San Francisco Chronicle» mit der Schlagzeile «Verkaufe ein Meerschweinchen und wandere dafür ins Gefängnis» titelte, wurde der Fall landesweit bekannt. «Typisch San Francisco,» war in Online-Foren zu lesen. «Dort sind die Leute alle verrückt.» Als der CNN-Kommentator Jack Cafferty Leser zur ihrer Meinung zu dem Verbot befragte, beteiligten sich sogar zahlreiche Blogger aus der ganzen Welt an der Online-Diskussion. weiterlesen >>

Bei der Tierschutzkommission von San Francisco herrscht über das gewaltige Echo Verwunderung. Einziges Ziel des allwöchentlich stattfindenden Treffens sei es gewesen, Gerries Vorschlag zu diskutieren, die unterschiedlichen Meinungen von Tierhaltern, Tierschützern und Zoofachgeschäftsbesitzern einzuholen und vielleicht über ein Verbot abzustimmen, erklärte der Ausschuss.

Nach all dem Medienaufsehen erlebt die Sitzung der Tierschutzkommission, der sonst nur eine Handvoll Zuschauer beiwohnen, aber nun plötzlich einen wahren Ansturm. Rund 100 Menschen drängen sich in den Sitzungssaal, viele müssen mit einem Stehplatz im Gang vorliebnehmen. Vertreter der Organisation zum Schutze der Meerschweinchen und Mitglieder einer Hasenschutzvereinigung sind zugegen. Auch die Journalistin Mira Tweti, die sich in ihren Blogs für den Schutz von Papageien einsetzt, ist gekommen. Sie beklagt, dass Papageien von ihren überforderten Besitzern oft sich selbst überlassen würden.

«Ich glaube, das war die längste Sitzung, die wir je hatten», sagt Gerrie. Die Zeit sei aber sinnvoll genutzt worden. Das Thema habe nun landesweit Aufmerksamkeit erregt und für Diskussionsstoff gesorgt, fügt er hinzu. Trotzdem würde Gerrie die ganze Geschichte am liebsten bald hinter sich bringen. Das dürfte aber noch eine Weile dauern. Die Tierschutzkommission hat sich angesichts der vielen unterschiedlichen Standpunkte dazu entschlossen, die Abstimmung um mindestens einen Monat zu verschieben. Nach einem Beschluss müsste der Vorschlag dann zunächst von einem oder zwei Mitgliedern des Gemeinderats unterstützt und von der Stadt anwaltlich geprüft werden, bevor eine Verfügung verabschiedet werden kann.

Quelle: Tierschutznews.ch



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