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08.06.2011

Nachtigall bald vom Aussterben bedroht

ENGLAND – Schon in 30 Jahren könnte die Nachtigall nur noch in Märchen und Liedern vorkommen, in der freien Wildbahn jedoch verschwunden sein. Davor warnen Experten der britischen Vogelkunde-Stiftung (BTO), die den berühmten Singvogel in die Rote Liste der am meisten schützenswerten Arten aufnehmen wollen. Bei kaum einem anderen Vogel ist der Rückgang stärker, zumindest was die englischen Zählungen betrifft. 2008 fand man hier 53 Prozent weniger Nachtigallen als noch 1995.

Bild: Petra Karstedt, Offenbach am Main

Hirsche vertreiben den Singvogel

Über die Gründe des Verschwindens gibt es bisher nur Vermutungen. In England macht man Rehe, Damwild und den aus Indien und China importierten Muntjak-Hirsch verantwortlich. Die rasante Ausbreitung dieser Tiere würde dazu beitragen, dass das Dickicht in den Wäldern - der bevorzugte Lebensraum der Nachtigall - verschwindet. Doch auch in den Winterquartieren des Vogels in Afrika südlich der Sahara sowie entlang der jährlichen Wanderroute verschlechtern sich die Überlebensbedingungen. 2012 soll eine grosse Untersuchung in England und Afrika Klärung bringen.

In Deutschland, wo Nachtigallen während des Sommers vor allem in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Niedersachsen heimisch sind, ist derselbe Rückgang spürbar. In den vergangenen 20 Jahren halbierte sich die Zahl. Seit 1993 erfasst seine Arbeitsgruppe alle singenden Nachtigallen-Männchen flächendeckend in der Stadt Braunschweig. In ganz Niedersachsen schätzt man den Bestand auf unter 5.000 Stück.

Saison startet immer früher

Auch Jäger, Fallensteller, das Wetter und Klimaänderungen könnten das Vorkommen beeinflussen. Früher begann die Nachtigall-Saison Ende Mai. Die Männchen treffen jedoch immer früher ein, sodass wir heuer schon am 13. April Exemplare hörten. Aufenthaltsorte des Sängers sind in Städten Friedhöfe, Bahndämme, Kanalböschungen und Parks, wobei die Ansprüche denkbar hoch sind. Für den Nestbau braucht die Nachtigall Büsche im Mindestmass von fünf mal vier Metern, die zudem eine Bodenschicht aus verrottetem Laub und ein entsprechendes Umfeld aufweisen.

Quelle: Tierschutznews.ch



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