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12.12.2012

Neue Deklarationspflicht für Pelzprodukte in der Schweiz

SCHWEIZ – Der Schweizer Bundesrat hat am 7.12.12 eine neue Verordnung über die Deklaration von Pelzen und Pelzprodukten verabschiedet. Durch die Angabe der Tierart, der Herkunft des Fells und der Gewinnungsart können Konsumentinnen und Konsumenten beim Kauf von Pelzprodukten eine bewusste Entscheidung treffen. Die neue Verordnung tritt am 1. März 2013 in Kraft.

Mit der neuen Deklarationspflicht erfahren Verbraucherinnen und Verbraucher zum Beispiel, ob ein Tier für die Pelzindustrie mit Fallen gefangen, oder ob es in Käfigen mit Naturböden oder Gitterböden gehalten wurde. Diese Informationen schaffen Bewusstsein für die grausamen Details der Pelztiergewinnung. Tierschutzkreise hoffen, dass die Kennzeichnungspflicht dazu beitragen wird, den Absatz von Echtpelz zu reduzieren. Erfreulich ist, dass auf die Initiative von Tierschutzverbänden hin Kaninchenfell mit in die Deklarationspflicht aufgenommen wurde. Kaninchenfell hat einen sehr grossen Anteil am Modepelz. Es stammt in aller Regel aus tierquälerischer Käfighaltung, die nun ebenfalls gekennzeichnet werden muss. Allerdings ist das Strafmass bei Verstössen gegen die Kennzeichnungspflicht viel zu gering. Nur wesentlich höhere Strafen könnten abschreckende Wirkung erzielen.

Mit der neuen Deklarationspflicht übernimmt die Schweiz eine Vorreiterrolle in Europa. Denn auf europäischer Ebene legt die EU-Textilverordnung Nr. 1007/2011 lediglich fest, dass Modeartikel mit Echtpelz den Hinweis „Enthält nichttextile Teile tierischen Ursprungs“ enthalten müssen. Damit können Verbraucher zwar erkennen, ob es sich um Echtpelz handelt oder nicht, wichtige Produktmerkmale bleiben jedoch weiter im Dunkeln. Diese Lücke schliesst nun die Schweizer Kennzeichnungsregelung.

Europa ist nach Asien die zweitwichtigste Absatzregion der Pelzindustrie. In der EU gibt es etwa 7.200 Pelzfarmen, vor allem in Dänemark, den Niederlanden, Polen und Finnland. Etwa 35 Millionen Nerzfelle und zwei Millionen Fuchsfelle werden jährlich in europäischen Farmen unter tierschutzwidrigen Bedingungen erzeugt. Damit hat die EU eine besondere Verantwortung in diesem Bereich. Die EU sollte sich die neuen Regelungen der Schweiz zum Vorbild nehmen und vergleichbare Regelungen für alle Mitgliedstaaten auf den Weg bringen.

Die internationale Pelzbranche ist stark globalisiert. Damit unterscheiden sich Herkunft und Haltungsform von Pelzartikeln, die in der Schweiz verkauft werden, kaum von denen in anderen europäischen Ländern. Die Wahrscheinlichkeit, in Deutschland auf einen Pelz aus tierquälerischer Käfighaltung zu stossen, ist also genauso hoch wie in der Schweiz. Nur werden die Konsumenten in der EU im Gegensatz zu den Schweizer Kunden nichts davon erfahren, solange die EU-Kennzeichnung dies nicht vorschreibt.

In Österreich und Grossbritannien sind Pelzfarmen bereits verboten. Der Verkauf von Pelzprodukten ist aber nach wie vor erlaubt. Nur wenn sich Modebranche und Verbraucher klar gegen Pelz entscheiden, kann das sinnlose Leid von Millionen Tieren gestoppt werden.



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