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11.01.2012

Neue Primatenart auf Madagaskar entdeckt

MADAGASKAR – Ein madagassisch-deutsches Forscherteam hat im Waldgebiet Sahafina in Ost-Madagaskar eine neue Primatenart entdeckt. Der Name der neuen Art lautet "Gerp's Mausmaki" (Microcebus gerpi). Das Tier ist benannt nach der madagassischen Forschungsvereinigung Groupe d'Étude et de Recherche sur les Primates de Madagascar (GERP).

Bild: Wikipedia

Das Waldgebiet ist wenig erforscht. Die GERP-Wissenschaftler haben 2008 und 2009 das Waldgebiet besucht, um die dortigen Vorkommen von Lemuren zu untersuchen. Dabei wurden mehrere Mausmakis mit einer Lebendfalle gefangen. Die Forscher haben die Tiere vermessen und kleine Proben für eine genetische Untersuchung genommen. Anschliessend liess man sie wieder frei.

Ute Radespiel vom Institut für Zoologie der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover hat die Proben analysiert. Dabei stellte sie fest, dass es sich bei den Tieren im Sahafina-Waldgebiet um eine unbekannte Art der kleinen nachtaktiven Lemuren handelt. "Wir waren durch diesen Fund überrascht. Wir haben nicht damit gerechnet, eine neue Art zu finden", so Radespiel.

Eigener Genpool als Überraschung

Der Sahafina-Wald ist nur etwa 50 Kilometer von dem Mantadia-Nationalpark in Ost-Madagaskar entfernt, in dem eine andere, viel kleinere, Mausmaki-Art vorkommt, der Goodman's Mausmaki. Der Gerp's Mausmaki gehört zweifelsfrei zu den grösseren Mausmakis, sein Körpergewicht von durchschnittlich 68 Gramm ist gegenüber den Goodman's Mausmakis (rund 44 Gramm Körpergewicht) deutlich schwerer. Sein Verbreitungsgebiet beschränkt sich vermutlich auf die verbliebenen Tieflandregenwälder dieser Region Ost-Madagaskars.

Trotz des Artenschwunds finden Forscher immer wieder neue Arten. "Das liegt daran, dass man genetische Analysen machen kann. Wenn eine Art in einem begrenzten geografischen Raum lebt, entwickelt sich mit der Zeit ein eigener Genpool", sagt Radespiel. Auch wenn sich die Maki-Arten ähnlich sehen, so gebe es doch grosse Unterschiede zwischen ihnen. Als grosses Problem sieht die Forscherin die fortschreitende Vernichtung von Waldflächen in diesem Gebiet. "Wenn diese Lebensraumzerstörung weitergeht, werden Arten aussterben, die man nie entdeckt hat", sagt sie. In Madagaskar sei die Bedrohung hoch, weil die Wälder für die landwirtschaftliche Nutzung abgeholzt werden.

Quelle: Tierschutznews.ch

 



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