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31.08.2009

Neue Stechmückenart in der Schweiz entdeckt

SCHWEIZ – Die Schweiz hat einen neuen «Plagegeist»: die Asiatische Buschmücke. Deren Existenz hierzulande konnte nun durch Parasitologen der Universität Zürich nachgewiesen werden. Die Mückenart ist eine Überträgerin des West-Nil-Virus.

Zu den heimischen Mückenarten gesellt sich nun also neuerdings die Asiatische Buschmücke. Dies haben Forscher des Institutes für Parasitologie der Universität Zürich herausgefunden. Aedes japonicus sei bereits so stark verbreitet, dass man davon ausgehen müsse, dass sie sich vor mehreren Jahren bei uns angesiedelt habe, erklärt Professor Alexander Mathis.

Es ist das erste Mal, dass sich eine invasive Mückenart in Zentraleuropa ausgebreitet hat. Auf die neue Stechmückenart aufmerksam wurde man im Sommer 2008, als sich im Kanton Aargau die Klagen aus der Bevölkerung über aggressive Stechmücken mehrten. Nachdem das Institut für Parasitologie einbezogen wurde, welches feststellte, dass es sich nicht um eine einheimische Mückenart handelte, begann man, grossflächig Mückenlarven zu sammeln.

Das Ergebnis zeigt, dass Aedes japonicus bereits eine Fläche von 1400 Quadratkilometer besiedelt hat und sich in 38 Gemeinden in den Kantonen Aargau, Zürich, Solothurn, Luzern und Basel-Stadt sowie im angrenzenden Deutschland nachweisen lässt. Wo Aedes japonicus vorkommt, ist sie mittlerweile sogar häufiger anzutreffen als die häufigste Mückenart Culex pipiens. Einen bevorzugten Lebensraum und Brutstätten haben die Mücken unter anderem in Blumenvasen auf Friedhöfen gefunden.

Wie aber gelangte die Asiatische Buschmücke, deren Herkunft in Japan, Korea und China liegt, überhaupt in die Schweiz? In die USA und Kanada war das Insekt bereits 1998 eingeschleppt worden. In Frankreich und Belgien wurde sie an jeweils einem Ort Anfang des Jahrtausends entdeckt. Für Alexander Mathis ist klar, dass sich mit dem zunehmenden globalen Güter- und Reiseverkehr auch Insekten leichter verbreiten können. In der Nähe der Flughäfen Zürich und Basel konnten allerdings nur wenige Larven nachgewiesen werden. Mathis vermutet, dass die Mücke beim Güterimport direkt aus Asien in die Schweiz gelangt ist, denn längst nicht alle Container werden desinfiziert.

Die Ansiedlung der neuen Mückenart in der Schweiz habe aber nichts mit dem Klimawandel zu tun. Aedes japonicus komme auch in kühleren Gebieten Japans und Chinas vor, es sei eine exotische aber keine tropische Mücke, so Mathis.

Das Problematische an der Ansiedlung der Asiatischen Buschmücke ist, dass sie Krankheitserreger übertragen kann. Man vermutet, dass dazu auch das West-Nil-Virus gehört, welches seit 10 Jahren in den USA auftritt und bisher unter 30'000 Erkrankten etwa 1000 Todesopfer gefordert hat. In Europa ist die Krankheit, die Gehirnentzündungen (Encephalitis) auslösen kann, bisher nur sporadisch in Süd- und Osteuropa vorgekommen.

Das Virus wird in Europa hauptsächlich durch Mücken der Gattung Culex von Vögeln, die die eigentlichen Hauptwirte sind, auf den Menschen übertragen. In den USA hingegen ist das West-Nil-Virus aber auch in Aedes japonicus nachgewiesen worden. In der Schweiz ist das Virus bei Vögeln aber noch nicht gefunden worden. Falls aber infizierte Zugvögel in die Schweiz kommen, ist es denkbar, dass die Mücke zur Überträgerin des Virus auf den Menschen werden kann.

Laut Mathis besteht aber kein Grund zur Panik. Dennoch sollte die Ausbreitung von Aedes japonicus weiter untersucht werden. Auch wollen die Parasitologen abklären, ob die Larven mit einem Toxin bekämpft werden können, das in der Tessiner Magadinoebene bereits gegen andere Mückenlarven zum Einsatz kommt. Sinnvoll wäre es auch, mögliche Brutstätten, kleine stehende Gewässer oder Pfützen, einzudämmen. Leerstehende Blumenvasen auf Friedhöfen beispielsweise sollten in Zukunft vielleicht eher trocken bleiben.



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