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19.02.2015

Neues Bärenschutzzentrum für ehemalige Kampfbären

UKRAINE – Obwohl die Kampfbärenhaltung in der Ukraine seit fast 15 Jahren verboten ist, werden nach wie vor dutzende Tiere für das Training von Jagdhunden missbraucht. Mit der Errichtung eines VIER PFOTEN BÄRENWALDES in der Westukraine nahe der Stadt Lviv gibt es für diese brutal misshandelten Tiere endlich Hoffnung auf Rettung und ein artgemässes Zuhause.

Bei einer gemeinsamen Presskonferenz heute in Kiew legten Vertreter der internationalen Tierschutzorganisation, des ukrainischen Umweltministeriums sowie der zuständigen Bezirksverwaltung Yavoriv, dazu ihre Pläne dar.

Carsten Hertwig, Bärenexperte bei VIER PFOTEN: „Ein grosser Teil der ukrainischen Bevölkerung ist sich dieses Problems noch nicht bewusst. Wir wollen deshalb gemeinsam mit der ukrainischen Regierung daran arbeiten, die angebliche „Tradition“ der Kampfbärenhaltung zu durchbrechen. Wenn wir in der Öffentlichkeit ein Bewusstsein dafür schaffen, welche Grausamkeiten diese Tiere erleiden müssen, können wir sie auch beenden.“ Die Tierschützer haben zusätzlich noch zwei weitere Ziele vor Augen: den Bau des BÄRENWALDES in der Nähe von Lviv und einen besseren Vollzug der derzeit bestehenden Gesetze.

Der Braunbär ist in der Ukraine geschützt und darf nicht ohne Lizenz gehalten oder gezüchtet werden. Die Jagd auf Braunbären ist ebenfalls verboten. Aber nur, wenn die Regierung schärfere Kontrollen durchsetzt sowie höhere Strafen gegen den illegalen Handel und Missbrauch von Bären zu Profitzwecken verhängt, kann die Situation nachhaltig verbessert werden.

Dazu Vladimir Domashlinetc, Vertreter des ukrainischen Ministeriums für Umwelt und Ressourcenschutz: „Zwei Aspekte sind hier besonders relevant: Erstens muss gesetzlich noch klarer formuliert werden, dass Bärenkämpfe verboten sind. Ein solcher Gesetzesentwurf wurde bereits mit dem Ministerium für Umwelt und Ressourcenschutz erarbeitet und im Parlament eingebracht. Zweitens muss der Vollzug des Gesetzes verbessert werden, um die Herkunft und die Haltung der Bären streng zu kontrollieren. Viele Kampfbären stammen aus der Wildnis oder aus Zuchtstationen in Russland, wo der Braunbär gesetzlich nicht geschützt ist. Auch eine solche Herkunft muss strenger geprüft werden. Gemeinsam mit VIER PFOTEN werden wir aktiv daran arbeiten, eine Lösung für diese Probleme zu finden und die illegale Bärenkampf-Praxis zu beenden.“

Für den Bau des Bärenschutzzentrums konnte VIER PFOTEN Royal Canin als Partner gewinnen. Der französische Tierfutterhersteller wird ausserdem die Arbeit von VIER PFOTEN vor Ort aktiv unterstützen. Aufgrund der konfliktreichen politischen Situation in der Ukraine verzögerten sich die Verhandlungen über das neue Bärenschutzzentrums immer wieder. Nun wurde aber ein passendes Areal für das neue VIER PFOTEN Projekt gefunden: Nahe der Stadt Lviv stellen das  Umweltministerium und die lokale Forstbehörde ein ca. 12 ha grosses Stück Land zur Verfügung.

Orest Hnyp, Leiter der zuständigen Bezirksverwaltung Yavoriv, sieht dabei grosse Chancen für seine Region: „Das neue Bärenschutzzentrum im UNESCO Biosphärenreservat Roztochya wird nicht nur den geretteten Bären ein passendes Zuhause bieten, sondern auch unsere Region beleben. Dieses bedeutende Projekt leistet einen wichtigen Beitrag zum Tier- und Umweltschutz in unserem Land und fördert zugleich auch den Tourismus und schafft Arbeitsplätze.“

Nach Schätzungen von VIER PFOTEN gibt es in der Ukraine zwischen 15 und 20 Kampfbären. Sie leben qualvoll in winzigen Käfigen auf blossem Betonboden und dürfen diese nur verlassen, um zu Trainingszwecken oder bei Wettbewerben von Jagdhunden angegriffen zu werden. Sie erhalten meist viel zu wenig Futter und Wasser, damit sie ein schwacher Gegner für die Hunde sind. Den meisten wurden ausserdem die Krallen gezogen.

Wegen der starken psychischen Belastung der Bären und zahlreicher Verletzungen, die sie durch die Jagdhunde und schlechte Haltungsbedingungen erleiden, können sie meist nur eine kurze Zeitspanne für die Bärenkämpfe genutzt werden. Danach werden sie häufig an Zoos oder Restaurants als Touristenattraktion verkauft oder enden gar als ausgestopfte Trophäe.

VIER PFOTEN ist seit 2012 in der Ukraine aktiv. Die Tierschutzorganisation setzt sich vor Ort nicht nur für bessere Haltungsbedingungen für Bären ein, sie setzte auch bereits mehrere Streunerhilfe-Projekte um. Bis dato konnte VIER PFOTEN drei Bären aus illegaler Privathaltung retten und in das Bärenschutzzentrum Nadiya (Zhytomyr) bringen. In Zukunft wird die Tierschutzorganisation in Kooperation mit der Regierung auch verstärkt gegen die illegale Privathaltung von Bären in der Ukraine vorgehen.



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