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22.01.2014

Neues Hunderecht im Kanton Glarus

Per 1. Januar 2014 hat der Kanton Glarus seine neue Verordnung zum kantonalen Tierschutz- und Tierseuchengesetz (Veterinärverordnung) in Kraft gesetzt. Damit ist Glarus neu ebenfalls zu den Kantonen mit einer Rasseliste zu zählen. Auch für auswärtige Listenhunde gelten auf dem Glarner Kantonsgebiet strenge Vorschriften. Daneben ist neu eine Bewilligungspflicht für die Haltung von mehr als einem Hund vorgeschrieben.

Bereits am 6. Mai 2012 hat die Landsgemeinde des Kantons Glarus das Einführungsgesetz zum Tierschutzgesetz und Tierseuchengesetz (Kantonales Tierschutz- und Tierseuchengesetz, EG zum TSchG und TSG) verabschiedet. Für die Erarbeitung der konkretisierenden Verordnung zum kantonalen Tierschutz- und Tierseuchengesetz (Veterinärverordnung) hat sich der Kanton Glarus viel Zeit gelassen und ein umfassendes Vernehmlassungsverfahren durchgeführt.

Unter Berücksichtigung der zahlreichen Stellungnahmen, unter anderem auch derjenigen der Stiftung für das Tier im Recht (TIR), wurde der erste Entwurf der Verordnung noch einmal grundlegend überarbeitet.

Die nun per 1. Januar 2014 in Kraft gesetzte Veterinärverordnung erklärt insgesamt 13 Hunderassen und deren Mischlinge für bewilligungspflichtig. Neben den auch in anderen Kantonen bewilligungspflichtigen Rassen wie American Staffordshire Terrier, Pit Bull und Bull Terrier sowie Rottweiler enthält die Liste überraschenderweise auch Hunde wie Dobermann, Hovawart, Rhodesian Ridgeback sowie Deutscher und Belgischer Schäferhund.

Die Aufnahme dieser Rassen in die Rasseliste wurde damit begründet, dass sie in den Bissstatistiken regelmässig die vorderen Plätze belegen. Bewilligungspflichtig ist überdies die Haltung von zwei und mehr Hunden während mehr als zwei Monaten in derselben Wohneinheit. Dies gilt auch, wenn die Hunde auf verschiedene Personen registriert sind. Das Gesuch zur Erteilung einer Haltebewilligung ist grundsätzlich vor, spätestens aber vierzehn Tage nach Übernahme des Hundes beim kantonstierärztlichen Dienst einzureichen. Für im Januar 2014 bereits gehaltene Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial und für bestehende Mehrhundehaltungen muss bis zum 1. April 2014 ein Bewilligungsgesuch eingereicht werden.

Neben dem praktischen Sachkundenachweis ist mit bewilligungspflichtigen Hunden eine anerkannte Prüfung über Gehorsam und Führigkeit zu absolvieren. Als solche gelten Prüfungen für Sport- und Gebrauchshunde der Schweizerischen und der Internationalen Kynologischen Gesellschaft (SKG / FCI) mit einem Prüfungsteil Unterordnung sowie bestimmte Spezialausbildungen für Hunde, wie das Hundehalterbrevet, eine Begleithund-, Vielseitigkeits-, Sanitätshund-, Schutzhund-, Lawinenhund, Katastrophenhund-, Wasserarbeitshund- oder Obedienceprüfung.

Anerkannt sind ausserdem auch Ausbildungen für Jagdhunde, Dienst- und Einsatzhunde der Polizei und anderer Fachstellen, Blindenführhunde sowie Therapie- und Assistenzhunde. Der Hund muss dabei die Prüfung spätestens am Ende des zweiten Lebensjahres bestanden haben. Nicht geregelt ist, innert welcher Frist die Prüfung absolviert werden muss, wenn ein knapp zweijähriger oder ein älterer Hund übernommen wird. Für Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial, die vor dem 1. Juli 2013 geboren sind, entfällt die Bewilligungsvoraussetzung des Bestehens einer anerkannten Prüfung.

Für alle Hundehalter gilt im Kanton Glarus eine Versicherungspflicht. Eine generelle Leinenpflicht gilt in öffentlich zugänglichen Gebäuden, an verkehrsreichen Strassen (namentlich Kantons- und Hauptstrassen), in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen und Bahnhöfen, auf Pausenplätzen von Schulanlagen sowie auf Spiel- und Sportplätzen und an Orten, die von den Gemeinden entsprechend signalisiert werden. Für alle Hunde mit erhöhtem Gefährdungspotenzial von auswärtigen Hundehaltern gilt auf dem Glarner Kantonsgebiet im gesamten öffentlichen Raum eine generelle Leinen- und Maulkorbpflicht.

Insgesamt bedauert die TIR die Verschärfung des Hunderechts im Kanton Glarus und insbesondere die Einführung einer Rasseliste. Gegenüber dem Vernehmlassungsentwurf darf die nun geltende Veterinärverordnung aber als deutlich verbesserter Kompromiss bezeichnet werden.

Weitere Informationen: Verordnung zum kantonalen Tierschutz- und Tierseuchengesetz (Veterinärverordnung) des Kantons Glarus

 

Text: Stiftung für das Tier im Recht



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