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07.08.2010

OECD anerkennt endlich Hautreizungstest ohne Tierversuche

DEUTSCHLAND - Die Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ein tierversuchsfreies Verfahren zur Ermittlung von Hautreizungen in ihre Prüfvorschriften aufgenommen. Dieses Verfahren gilt damit als behördlich anerkannt und hat weltweit Gültigkeit. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte erwartet, dass mit Einführung dieses In-vitro-Tests die Tierversuchszahlen für Kaninchen deutlich sinken werden.

Symbolbild

Ab sofort müssen Hautreizungstests an Hautmodellen mit menschlichen Zellen durchgeführt werden. Derartige Testsysteme sind bereits seit Jahren im Handel unter Namen wie Epiderm, Episkin, SkinEthik oder MatTek erhältlich, durften jedoch nur eingeschränkt genutzt werden.

"Irreversible Hautschädigungen wie Hautverätzungen durften laut OECD-Prüfvorschriften schon seit 2004 mit diesen Hautmodellen überprüft werden. Sechs Jahre später ist es nun endlich soweit, dass auch weniger schwere, reversible Hautreizungen mit den gleichen tierversuchsfreien Verfahren weltweit getestet werden dürfen. Für diese OECD-Anerkennung haben wir lange gekämpft! Nun haben wir weltweit endlich ein weiteres Ersatzverfahren, das zur Testung von Chemikalien sowie auch von Kosmetika dringend notwendig war", so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes.

Bisher werden Substanzen auf ihre hautreizenden Eigenschaften an mindestens drei Kaninchen getestet. Die Mittel werden auf die geschorene Kaninchenhaut aufgetragen. Kommt es zu Hautreizungen entstehen schmerzhafte Entzündungen.

Der Bundesverband Menschen für Tierrechte hatte das Kaninchen bereits 2009 zum „Versuchstier des Jahres" bestimmt. Seitdem wurden zwei Tests am Kaninchen durch In-Vitro-Verfahren ersetzt. Dies sind der In-Vitro-Pyrogentest zur Feststellung fieberauslösender Wirkungen von Arzneimitteln sowie die jetzt akzeptierte Feststellung hautreizender Eigenschaften. Dagegen sei ein Ersatz für den bekannten Draize-Augenreiztest am Kaninchen nicht in Sicht.