Logo
13.12.2010

Outdoor-Marke Patagonia: Daunen von lebend gerupften Gänsen

SCHWEIZ – Patagonia setzt auf ein "Saubermann"-Image in Sachen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Doch bei Tierschutz hört das Interesse offenbar auf. Ein Dokument der Firma sowie Recherchen der internationalen Tierschutzorganisation VIER PFOTEN belegen, dass Patagonia Daunen verkauft, die lebenden Tieren ausgerissen wurden.

Gänse, Lebendrupf

Patagonia versteckt sich hinter der irreführend "Mauserrupf" genannten Form des Lebendrupfs. Die Firma räumt allerdings selbst ein, dass die Gänse bis zu dreimal gerupft werden. Was hinter dem ungarischen "Mauserrupf" wirklich steckt, zeigt eine Undercover-Recherche von VIER PFOTEN in zwölf ungarischen Betrieben, wo die Tierschützer die brutale Tierquälerei filmten.

"Das Rupfen der Gänse führt zu schweren Wunden, die sogar genäht werden müssen. Der Stress für die Tiere ist so gewaltig, dass sich diese vor Panik in den Stallecken gegenseitig erdrücken. Nach der grausamen Tortur bleiben Gänse mit gebrochenen Flügeln sterbend zurück", so Lebendrupf-Experte Marcus Müller von VIER PFOTEN. "Mauserrupf ist eindeutig grausamste Tierquälerei, wir kennen dutzende Beispiele. Die Daunenindustrie kann oder will keinen "guten" Mauserrupf zeigen, weil es keinen gibt", so Müller.
 
In der EU ist der Lebendrupf zwar verboten, der "Mauserrupf" ist jedoch eine geduldete Ausrede der Industrie - ähnlich den bei Legehennen ab 2012 weiterhin erlaubten Alibi-Käfigen. VIER PFOTEN ist im Kampf gegen den "Mauserrupf" nicht allein: Die zehn wichtigsten Gänseproduzenten Europas fordern zusammen mit zehntausenden empörten Bürgern ein Verbot jeglicher Entnahme von Federn und Daunen am lebenden Tier.
 
Patagonia beruft sich auf den Daunenlieferanten "Allied Feather & Down Corporation". Dieser wiederum bezieht Daunen vom deutschen Grosshändler Rohdex. Das beweisen Papiere des US-Zolls, die tonnenweise Lieferungen von Rohdex an Allied Feather & Down beweisen. Rohdex kaufte vor wenigen Wochen vor versteckter Kamera Daunen, die von genau jenen lebenden Tieren stammen, die in Ungarn gerupft und dabei gefilmt wurden. Bei Rohdex bezeichneten selbst die Lagerarbeiter die Rupfdaunen als Ware aus verbotener Tierquälerei und der Dauneneinkäufer von Rohdex fragte scheinheilig, wie die Lieferanten denn überhaupt noch rupfen könnten, da es ja so grosse Probleme mit dem Handrupf gäbe und alle grossen Ketten den Lebendrupf verbieten.
 
VIER PFOTEN fordert Patagonia auf, Daunen und Federn, die lebenden Tieren entnommen wurden, ab sofort aus dem Sortiment zu nehmen und auf tierfreundliche und ebenso gute Alternativen wie silikonisierte Hohlfasern zu setzen. "Es ist eine Schande, dass ein Unternehmen wie Patagonia Daunen von extrem gequälten lebenden Tieren verwendet", so Müller abschliessend.



Benutzer:
Passwort:
Neu registrieren
Passwort vergessen?

Notfälle

Petfinder.ch arbeitet eng mit zwei Tierärztinnen zusammen, die auf die häufigsten Notfälle bei Hunden, Katzen,Pferden und Nagern eingehen.
» mehr 

Heimatlose Tiere suchen ein Zuhause

heimatlose Tiere suchen ein Zuhause - Hunde, Katzen, Nager usw.

Über 1000 heimatlose Tiere suchen bei uns ein neues Zuhause. Tiervermittlung für Hunde, Katzen, Nager und mehr...