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24.07.2011

Pferd positiv auf Rotz getestet

SCHWEIZ – Ein Pferd ist im Reitsportzentrum St. Jakob im solothurnischen Bättwil auf die gefährliche Pferdeseuchen Rotz positiv getestet worden. Auf Anweisung der Kantonstierärztin Dr. Doris Bürgi Tschan musste der Springconcours «Weekend des Pferdes» kurzfristig abgesagt werden. Auf dem Areal waren Veterinäre und Zöllner vor Ort.

(Symbolbild)

Das Springpferd kam vor sechs Monaten aus dem Libanon in die Schweiz. Derzeit ist es in Quarantäne. Gemäss Experten ist eine Behandlung sehr schwierig. Im schlimmsten Fall muss ein Pferd, welches sich mit Rotz angesteckt hat, eingeschläfert werden. Die gefährliche Krankheit gilt in der Schweiz seit langer Zeit als ausgerottet. Rotz ist auch für den Menschen nicht ganz ungefährlich. Die Übertragung erfolgt durch den direkten oder indirekten Kontakt mit infektiösen Körperausscheidungen, häufige Eintrittspforten des Erregers sind die Schleimhäute des Kopfes sowie die äussere Haut.

Derzeit sieht es nicht so aus, als ob andere Tiere und Menschen sich angesteckt haben. Grundsätzlich gilt: Angesteckte Pferde müssen eingestallt werden, damit die Seuche sich nicht weiter ausbreiten kann. Bleibt sie unbehandelt, stirbt das Tier. Für das Reitzentrum St. Jakob könnte der Ausbruch der Seuche beträchtliche wirtschaftliche Einbussen verursachen. Die Behandlung der erkrankten Tiere und die Bekämpfung der Seuche ist sehr kostspielig. Wenn gleich mehrere Tiere erkranken und die Seuche sich ausbreitet, wird mustmasslich eine Handelsperre über die Schweiz verhängt.

Der Rotz (auch Mürde oder Hautwurm, lateinisch Malleus) ist primär eine Krankheit der Pferde, die durch das Bakterium Burkholderia mallei verursacht wird. Auch Menschen und andere Säugetiere können sich mit Rotz infizieren. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch spezifische, eitrig-einschmelzende Prozesse in den oberen Atemwegen, der Lunge sowie der Haut. Rotz verläuft beim Menschen unbehandelt oft tödlich. Eine antibiotische Therapie gestaltet sich langwierig und schwierig. Wirksame Impfungen existieren nicht.

Rotz ist eine der ältesten bekannten Seuchen beim Pferd und findet schon im Altertum Erwähnung. Die Krankheit mit ehemals weltweiter Verbreitung führte zu hohen Verlusten bei den Armeepferden des 18. bis 20. Jahrhunderts. Die anzeigepflichtige Tierseuche unterliegt strengen Bekämpfungsmassnahmen, die vor allem auf der Keulung erkrankter und infizierter Tiere basieren. Dank konsequent durchgeführter Keimeliminierungs-Programme ist Rotz mittlerweile in Nordamerika und Westeuropa getilgt, es existieren jedoch verseuchte Gebiete in Asien, Südamerika und Afrika. Zur Zeit wird Rotz als wiederaufflammende Tierseuche eingestuft.



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