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23.06.2010

Prämien auf Fuchsohren

DEUTSCHLAND – Jagd-Prämie für Fuchsohren in Sachsen immer noch aktiv! Das Land Sachsen zahlt aus Steuergeldern eine Fuchsohrenprämie. Für jedes Paar abgeschnittener Fuchsohren bekommt der Jäger 20 Euro. Bei ca. 30.000 getöteten Füchsen in Sachsen jährlich macht das eine Summe von 600.000 Euro aus Steuergeldern für ein barbarisches und lustmordendes Hobby!

Krankheiten können am besten vermieden werden, wenn man die Wildtiere nicht jagt, denn in diesem Fall finden keine Kontakte zwischen Menschen und Wildtieren statt.

In nahezu allen Fällen, in denen reale oder vermeintlich ökologische,  epidemiologische oder ökonomische Probleme durch die massive jagdliche  Verfolgung und Tötung von Füchsen begegnet werden soll, wird  stillschweigend von der Gültigkeit der simplen Gleichung mehr Jagd = weniger Füchse ausgegangen.

Diese Annahme ist zum zentralen  Element jeder jägerischen Rechtfertigung der Jagd auf Füchse und viele  andere Wildtiere geworden. Dieser einfache und leicht zu verstehende  monokausale Zusammenhang erscheint auf den ersten Blick doch durchaus  logisch und einprägsam. Wenn etwa Füchse Hauptüberträger der Tollwut, Fuchsbandwurm usw.  sind, sollte es doch möglich sein, durch intensive Fuchspassjagd die Anzahl der Füchse zu reduzieren und dadurch die Tollwut einzudämmen.

Seit geraumer Zeit kann jedoch als gesichert gelten, dass gerade diese fundamentale These schlichtweg falsch ist. Sie widerspricht nicht nur den jüngeren Erkenntnissen systematischer Fuchsforschung, sondern steht  ganz offensichtlich im Widerspruch zu nahezu allen Erfahrungen, die  Menschen in den letzten Jahrzehnten mit der Dynamik von Fuchspopulationen gesammelt haben. Selbst die extrem brutale und schweizweit durchgeführte Vergasung von Fuchsbauten zur Tollwutbekämpfung in den Sechzigerjahren konnte weder den Fuchsbestand  regulieren noch die Tollwut wirkungsvoll eindämmen. Erst das schonende Impfverfahren von Füchsen mit präparierten Hühnerköpfen war zum Nutzen von Mensch und Tier später erfolgreich.

Je mehr Füchse jedes Jahr durch die Jagd erschossen werden – in der Schweiz sind dies über 33 000 – desto mehr werden geboren und desto mehr Jungfüchse gibt es, die sich im Herbst ein eigenes Revier suchen müssen. Gerade diese Jungfüchse sind es aber, die auf ihren langen herbstlichen Wanderungen zur Verbreitung von Krankheiten beitragen: Sie begegnen weit mehr Artgenossen als territoriale, also sesshafte Füchse, und laufen  Gefahr, sich bei Revierkämpfen mit der Tollwut oder anderen Wildtierkrankheiten zu infizieren oder diese weiterzugeben. Fuchsjagd trägt also eher zur Ausbreitung von Krankheiten mit,  als zu ihrer Eindämmung bei.

Dass die grossflächige Reduktion von Füchsen mit jagdlichen Mitteln unmöglich ist, wurde vielfach zweifelsfrei belegt (siehe Schweizerische Tollwutzentrale). Aktuelle Studien weisen massiv darauf hin, dass ganz  ähnliche Mechanismen beim Fuchsbandwurm greifen: Auch hier begünstigt der wachsende Anteil abwandernder Jungtiere  zum Teil bis in die Städte als Folge intensiver Fuchsjagd die Ausbreitung des Bandwurms. Führende Forscher, wie etwa der Schweizer Daniel Hegglin, empfehlen daher, das Auslegen von Entwurmungsködern für Füchse mit einem möglichst geringen Jagddruck zu kombinieren, um die Effizienz der Fuchsbandwurmbekämpfung zu maximieren.

Nicht zu vergessen ist, dass Füchse auch positive Eigenschaften haben und die Gesundheitspolizei unseres Waldes sind, so tragen sie durch das Fressen von Aas und Fallwild zur nicht Ausbreitung von Seuchen bei. So ich nicht die geringste Rechtfertigung für die Jagd – ausser die Lust am Töten einem chancenlosen Mitgeschöpf gegenüber.

Wie immer, wenn es um die Jagd geht, sollten wir uns jedoch vor Augen halten, dass neben der Erhaltung einer intakten Natur auch Leiden und Tod fühlender Lebewesen Gegenstände einer solchen Entscheidung sind.

Quelle: Tierschutznews.ch



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