Logo
22.09.2009

«Pro Tier» vor Konkurs: müssen nun 70 Tiere sterben?

SCHWEIZ – Der traditionsreiche Tierschutzverein «Pro Tier» kämpft mit massiven finanziellen Problemen, die vermutlich einen Konkurs zur Folge haben werden. Für 50 Katzen und 20 Hunde bedeutet das mit grosser Wahrscheinlichkeit den Tod durch Einschläfern.

Mit «Pro Tier», der Schweizerischen Gesellschaft für Tierschutz, würde die Schweiz eine Tierschutzorganisation verlieren, die sich seit 1949 um ausgesetzte und verstossene Haustiere gekümmert hat. Wie etwa um die fünf neugeborenen Büsis, die vor kurzem einfach im Briefkasten des «Pro Tier»-Heims «Stolzboden» in Sihlbrugg deponiert worden waren. Oder der zehnjährige «Mike», ein Pitbull, der mit abgeschnittenen Ohren im Sihlwald gefunden worden war.

Nach 60 Jahren droht nun aber das Aus: Mit der Rezession sind auch die Spenden drastisch eingebrochen. Seit April könnten die Unterhaltskosten nicht mehr bezahlt werden, erklärt Rita Dubois, die seit 20 Jahren für «Pro Tier» arbeitet. Für die insgesamt 70 Tiere fallen monatlich Kosten von 40'000 Franken an, für eine Katze muss mit 11 Franken pro Tag gerechnet werden, für einen Hund mit 16 bis 22 Franken. Daneben fallen noch Tierarztkosten an. Das Wasser steht der Organisation bis zum Hals, wenn kein Wunder geschieht, ist der Konkurs unabwendbar.

Auslöser für die finanziellen Schwierigkeiten war eine Rettungsaktion vor zwei Jahren. Auf einem verwaisten Bauernhof in Stallikon ZH waren 40 Katzen zum Vorschein gekommen. «Pro Tier» nahm die herrenlosen Tiere auf. Der zuständige Gemeinderat habe damals versprochen, dass sich die Gemeinde an den Kosten beteiligen würde, doch man habe keinen Rappen gesehen, erklärt Dubois. Diese Rettungsaktion hat «Pro Tier» seither über 300'000 Franken gekostet.

Die 50 Katzen und 20 Hunde werden einen Konkurs vermutlich mit dem Leben bezahlen. Denn die meisten Tiere sind zum Vermitteln zu alt, die Chance auf ein neues Plätzchen deshalb gering. Auch andere Tierschutzorganisationen könnten die Tiere nicht nehmen, sie hätten alle dankend abgelehnt, bedauert Rita Dubois. Die 70 Tiere im «Stolzboden» können nur hoffen, dass das Wunder doch noch geschieht.



Benutzer:
Passwort:
Neu registrieren
Passwort vergessen?

Notfälle

Petfinder.ch arbeitet eng mit zwei Tierärztinnen zusammen, die auf die häufigsten Notfälle bei Hunden, Katzen,Pferden und Nagern eingehen.
» mehr 

Heimatlose Tiere suchen ein Zuhause

heimatlose Tiere suchen ein Zuhause - Hunde, Katzen, Nager usw.

Über 1000 heimatlose Tiere suchen bei uns ein neues Zuhause. Tiervermittlung für Hunde, Katzen, Nager und mehr...