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18.09.2013

Ratten jagen Verbrecher

HOLLAND / SCHWEIZ – Bei der holländischen Polizei kommen bald Spür-Ratten zum Einsatz. Auch die Schweiz ist an den Nager-Polizisten interessiert.

Derrick – so der Name eines erfolgreichen Schnüfflers – beschnüffelt vier luftdurchlässige Metallkapseln mit verschiedenen Grundstoffen. Bei einer der vier Kapseln schlägt die Ratte an und erhält dafür von der Trainerin eine Belohnung. Was Hunde können, können die intelligenten Nagetiere ebenso gut. Derrick ist die erfolgreichste von fünf Polizei-Schnüfflern. In 98,8 Prozent aller Fälle liegt er richtig. Er kann Drogen oder den Stoff erschnüffeln, der als Rest von Munition nach einem Verbrechen noch an Menschen klebt. Wer mit einer Pistole geschossen hat oder bei einer Schiesserei dabei war, trägt Schmauchspuren. Bisher mussten sie aufwendig im Labor nachgewiesen werden. Die Polizei in den Niederlanden bildet die kleinen Tiere aus, die günstiger und schneller sind als die Forscher in den Laboren.

Die fünf Nager – alle tragen übrigens Namen von berühmten Detektiven wie Poirot, Jansen, Janssen, Derrick und Magnum – erhalten ihre Ausbildung in Rotterdam. Im gleichen Gebäude wie die Polizeispürhunde und Polizeipferde. Die Polizei war es auch, die die Ausbildung angeordnet hat und die Ratten-Trainerin Monique Hamerslag ist sehr erfolgreich damit. Schon 2014 wird es für die Ratten ernst. Die Erfolgsquote liegt durchschnittlich bei 95 Prozent - «das ist sogar auch für einen Polizeihund eine gute Quote», so Hamerslag. Die fünf tierischen Kumpels können insgesamt vier verschiedene Grundstoffe erschnüffeln. Nebst den geringeren Kosten gibt’s beim Ratteneinsatz aber noch andere Vorteile. Bereits verhaftete Verdächtige mussten oft auf freien Fuss gesetzt werden, während der Nachweis von Schmauchspuren noch gar nicht erbracht war, weil das Verfahren zu lange dauert. Mit dem Ratten-Einsatz ist innert kürzester Zeit klar, wer schuldig ist und wer freigelassen werden kann. Den Nachweis im Labor muss allerdings trotzdem erbracht werden: Richter verlassen sich noch nicht auf das Urteil von Ratten. Anders als Hunde werden die Ratten aber nicht am Tatort selber oder direkt an den Verdächtigen eingesetzt. Nach einer Schiesserei würden bspw. Proben von Gesicht, Armen und Händen genommen und zu den Tieren gebracht. Der Einsatz der Metallkapseln ist demzufolge auch im Ernstfall Standard.

Auch die Schweiz zeigt Interesse an den Schnüffel-Nagern. Dies auch wegen den geringen Kosten, die bei den Tests anfallen. Wichtig ist für Polizeifachkreise aber, dass die Beweise vor Gericht bestehen.

 



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