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03.07.2014

Regierungsrat hält nichts von temporärem Leinenzwang

SCHWEIZ – Der Zürcher Regierungsrat will keine zeitlich begrenzte Leinenpflicht für Hunde in Wäldern wie sie in anderen Kantonen bereits Realität ist.

Wichtiger sei eine konsequente Umsetzung der bestehenden gesetzlichen Grundlagen sowie eine Sensibilisierung der Hundehalter, dies diene dem Schutz des Wildes mehr. In einer heute veröffentlichten Antwort auf eine Anfrage der SVP im Kantonsrat anerkennt der Regierungsrat, dass der zunehmende Erholungsdruck auf die Wälder in den Agglomerationsgebieten immer öfter zu Beeinträchtigungen von Wildtieren wegen nicht korrekt geführter Hunde führt.

Wurden zwischen dem 1. April 2011 und dem 31. März 2012 im Kanton Zürich noch 100 Hunderisse verzeichnet, waren es im Jagdjahr 2013/14 bereits 137. Dies entspricht einer Zunahme von 37 Prozent innert drei Jahren. Inwieweit man den «Hundetourismus» dafür verantwortlich machen könne, müsse allerdings offen gelassen werden, gibt die Regierung an.

Leinenpflicht anderer Kantone

In seiner Anfrage hatte Hanspeter Haug von der SVP Weiningen darauf hingewiesen, dass im Kanton Aargau während der Hauptsetz- und Brutzeit der Wildtiere vom 1. April bis zum 31. Juli in den Wäldern und an den Waldsäumen ein genereller Leinenzwang für Hunde gilt. Auch die Kantone Luzern und Baselland beispielweise hätten diesen zeitlich begrenzten Leinenzwang eingeführt.?? Gemäss Haug hat dies zu einem «eigentlichen Hundetourismus» in den angrenzenden Gebieten geführt. Hunde würden vermehrt in Gebiete ohne entsprechende Leinenpflicht ausgeführt. Einzelne Jagdgesellschaften im Kanton Zürich forderten deshalb von den Gemeinden, diese Leinenpflicht in ihren Wäldern ebenfalls zu erlassen.

Hunde während des ganzen Jahres angeleint

Nach Auffassung des Regierungsrates braucht es hingegen keine weiter gehenden gesetzlichen Regelungen. Zielführender sei ein konsequenter Vollzug der bestehenden Normen und eine Sensibilisierung der Hundehalter. Laut Hundegesetz seien Hunde in Wäldern und an Waldrändern ebenso wie bei Dunkelheit im Freien in Sichtweite auf kurzer Distanz zu halten.

Hunde dürften sich somit das ganze Jahr über im Wald nur auf oder unmittelbar neben den Wegen und nahe beim Hundeführer oder der Hundeführerin aufhalten. Das bedeute, dass Hunde im Wald und an Waldrändern meist angeleint ausgeführt werden müssten, da die wenigsten Hunde so erzogen seien, dass die Halterin oder der Halter die Vorgaben nur mit Befehlen sicherstellen könnten.

Hundehalter besser informieren

Um Muttertiere vor und nach der Setzzeit und ihre Jungtiere besser zu schützen, existieren gemäss Regierungsrat verschiedene Möglichkeiten. Dazu gehörten Sensibilisierungskampagnen in den Frühlingsmonaten mit gezielten Informationen für Hundehalter, gezielte Informationen in den Welpen- und Hundekursen, eine verstärkte Kontrolltätigkeit an besonders gefährdeten Orten oder die Ausscheidung von Wildruhezonen mit ganzjähriger Leinenpflicht.

«Eine zeitlich begrenzte, in allen Wäldern des Kantons geltende Leinenpflicht hätte keine nennenswerten Vorteile», erläutert die Regierung. Erfahrungsgemäss werde ein Leinenzwang nicht lückenlos befolgt. Es sei auch nicht angemessen, einen kantonsweiten Leinenzwang festzulegen, um in den Grenzgebieten vorkommende Verfehlungen von ausserkantonalen Hundehaltern zu verhindern. Mit einer solchen Massnahme würden viele, die ihre Tiere korrekt beaufsichtigten, unnötigerweise ebenfalls eingeschränkt.



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