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03.07.2010

Reisezeit: Zeit für Tierquäler

Elefantenreiten, Delfinshows, Tanzbären und Fotos mit Affenbabys und Tigern – Urlaubsangebote mit bedrohten Tieren entpuppen sich bei näherem Hinsehen oft als Tierquälerei. Gerade in südlichen Ländern müssen Wildtiere als „lebende Attraktionen“ für Touristen herhalten.

Zu Beginn der Ferienzeit finden Reisende hier Tipps der Artenschutzorganisation Pro Wildlife, wie gegen den Missbrauch von Wildtieren vorgehen können. Schaulustige Touristen halten das traurige Geschäft mit bedrohten Arten am Leben. Wir raten Urlaubern dringend dazu, solche Angebote abzulehnen.

Wildtiere sind keine Kuscheltiere
An vielen Ferienorten können sich Urlauber gegen Bezahlung mit Wildtieren wie Affen, Tiger- oder Löwenbabys fotografieren lassen oder an Streichelterminen teilnehmen. Die Jungtiere werden zum Teil illegal in freier Wildbahn gefangen. Raubkatzen und Bären werden oft Zähne und Klauen entfernt oder sie werden mit Medikamenten ruhig gestellt. Wenn die Tiere grösser und damit weniger attraktiv für Touristen werden, schiebt man sie an dubiose Zoos und Zirkusse ab oder tötet sie. Auch Ritte auf Elefanten und Straussenvögeln sollen exotische Urlaubsatmosphäre vermitteln und vermeintliche Nähe zu den Wildtieren schaffen. Pro Wildlife rät Urlaubern dringend davon ab, solche Angebote wahrzunehmen. „Nichts trifft Wilderer und Tierquäler härter als Profiteinbussen. Wenn es sich nicht mehr lohnt, Wildtiere anzubieten, werden auch immer weniger Tiere als Touristenattraktion missbraucht. Wir raten auch davon ab, bettelnden Tierbesitzern aus Mitleid Geld zu spenden oder Wildtiere auf Märkten „freizukaufen". Das trägt lediglich dazu bei, das traurige Geschäft am Leben zu halten", so Daniela Freyer (Sprecherin von Pro Wildlife).

Tiershows: Wenn Tiere zum Affen gemacht werden
Immer beliebter werden auch Tiershows - ob Delfin-Akrobatik in der Türkei, Boxkämpfe mit Orang-Utans in thailändischen Vergnügungsparks oder Tanzbären in Indien und Osteuropa . „Was Wildtieren für Tiershows beigebracht wird, hat mit dem natürlichen Verhalten der Tiere nichts zu tun. Oft werden die Tiere mit brutalen Methoden dressiert und unter katastrophalen Bedingungen gehalten", sagt Biologin Freyer.

Delfine mit ihrem scheinbaren Lächeln sind ein besonderer Publikumsmagnet. Ob Delfinshows oder Schwimmen mit Delfinen - mit den Verwandten von Flipper werden Milliarden umgesetzt. Die Tiere sind oft Wildfänge, in Delfinarien leiden sie unter Enge und Langeweile, an den Betonbecken verstummt ihr Echolot und sie können sich nicht zurückziehen. „Wer Delfine liebt, sollte keinesfalls ein Delfinarium besuchen", sagt Freyer.

Was Urlauber tun können
Manche Urlaubshotels verfügen über einen eigenen „Tierpark" und halten Affen, Delfine oder andere Wildtiere als „lebende Dekoration". Pro Wildlife empfiehlt Reisenden, gleich vor Ort bei der Reiseleitung, dem Hotel oder dem Anbieter tierischer „Attraktionen" zu protestieren. „Machen Sie höflich, aber bestimmt darauf aufmerksam, dass Sie Wildtiere als lebende Urlaubsattraktion nicht unterstützen und dass Sie diese Missstände bekannt machen werden", rät Freyer. „Informieren Sie auch andere Urlauber, in welches Hotel und mit welchem Reiseanbieter sie besser nicht mehr reisen sollten". Internetportale wie Holidaycheck, Tripadvisor oder Stiftung Reisetest bieten die Möglichkeit, Hotels und Reiseveranstalter zu beurteilen und Kritik zu üben, wenn Wildtiere als Touristenattraktion missbraucht werden.

Quelle: Tierschutznews.ch