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10.07.2010

Restaurant hat Bären-Fleisch auf der Karte

DEUTSCHLAND - Bärenfleisch-Streit in Prenzlauer Berg. Der Wirt des sibirischen Restaurants Bogus setzte das in Deutschland streng geschützte Tier auf seine Speisenkarte. Das brachte Tierschützer zum Kochen und dem Familienbetrieb erhebliche Probleme.

Zuerst schien alles gut. Die Geschäftsidee stimmte. Die Kunden kamen vor allem wegen der Bärenspezialitäten ins Bogus, liessen sich die Spiesse (49 Euro) und den Bärenbraten in Panade (65 Euro) schmecken. Das Bezirksamt hatte keine Einwände. „Weil unser Fleisch aus Estland kommt. Dort sind Braunbären nicht geschützt, dürfen gejagt werden", erklärt Restaurantbesitzer Frank Fries (49), der mit seiner Familie aus dem sibirischen Tomsk nach Berlin kam. Bis März servierte das Bogus seine Spezialität. Dann wurden Tierschützer aufmerksam, informierten Claudia Hämmerling, Abgeordnete der Grünen. Die Tierschutzexpertin wühlte und fand den Stachel im Fleisch - ein offizielles Vermarktungs-Zertifikat aus Estland fehlte. Das hatte der Wirt nicht vorgelegt. „Bis das da ist, dürfen wir kein Bärenfleisch mehr verkaufen, so die Anordnung vom Bezirksamt", seufzt Wirtin Helena Fries (49).

Sie schaut in ihre Tiefkühltruhe, in der 60 Kilo estnisches Braunbärfleisch liegen. Zum Kilopreis von 120 Euro. Haltbar bis 10. Oktober 2010.