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01.10.2010

Robbenprodukte: Wirtschaftsinteressen gehen vor Tierwohl

SCHWEIZ - Während die USA und Mexiko kanadische Robbenprodukte schon lange boykottieren und die EU einen absoluten Import- und Handelsstopp im August dieses Jahres beschlossen hat, ist für Bundesrätin Leuthard ein Verbot des Handels mit Robbenprodukten „aus handelsrechtlicher Sicht problematisch“. Die Schweiz könnte von der WTO gerügt werden. Dass auch die Volkswirtschaften der USA und der EU ein Handelsverbot durchgesetzt haben, scheint Leuthard geflissentlich zu übersehen.

Die kanadische Robbenjagd ist in ihrer Grausamkeit, Sinnlosigkeit und Verlogenheit kaum zu überbieten.  Jährlich werden gegen 900'000 Robben auf dem Packeis des St. Lorenz-Stromes mit Eisenhaken totgeprügelt. Die als „human“ betrachtete Tötung ist selten sofort wirksam. Oft genug werden die Tiere noch lebend gehäutet, wie verdeckte  Video-Aufnahmen von Tierfreunden beweisen. Offizielles Filmen ist verboten, die Robbenschlächter werden von der Küstenwache beschützt. 

Das vom kanadischen Staat protektierte Massaker verschafft ein paar Dutzend Fischerfamilien ein Zusatzeinkommen im Winter. Der Anteil des Handels mit Robbenprodukten am kanadischen BIP beträgt rund 0.06%. Aber wirtschaftliche Sonderinteressen - und seien sie noch so unbedeutend und umstritten - scheinen auch in der Schweiz wichtiger zu sein als das Wohlergehen von empfindsamen Lebewesen. Die Schweiz wird durch ihr Ausscheren aus dem europaweiten Boykott zu einer Drehscheibe tierquälerischer Produkte. Das millionenfache, sinnlose Leid jenseits des Atlantiks scheint unserer Regierung gleichgültig zu sein. Wozu gibt es überhaupt ein Tierschutzgesetz, wenn seine Inhalte je nach politischer und wirtschaftlicher Laune geopfert werden? 

Quelle: Sara Wehrli, Umweltwissenschaftlerin, Schweizer Tierschutz STS



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