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17.06.2011

Rote Liste der bedrohten Tiere gibt Anlass zu Besorgnis aber auch zu Freude

SCHWEIZ – Während die Liste der bedrohten Tierarten schonungslos darüber Auskunft gibt, welche Tiere es auf unserem Planeten wohl bald nicht mehr geben wird, freuen sich Tierschützer über einen grossen Erfolg: zum ersten Mal konnte eine Tierart, die in der Wildnis als ausgestorben galt, von «stark gefährdet» auf «gefährdet» zurückgestuft werden. Dies gibt Anlass zur Hoffnung, dass sich die Schutzprogramme anderer Tierarten ebenfalls auszahlen könnten.

Die Arabische Oryx hat es wieder auf rund 1000 wildlebende Exemplare geschafft.

Sie hat das Comeback geschafft: die Arabische Oryx, eine Antilopenart, welche auf der Arabischen Halbinsel heimisch ist. Nach exzessiver Jagd wurde um das Jahr 1972 herum das letzte wild lebende Exemplar getötet. Nur in Zoos und Privatbesitz existierte diese Tierart weiter. Mit Zuchtprogrammen und Auswilderungen konnte der Bestand nun wieder auf rund 1000 Tiere etabliert werden, wie die Naturschutzorganisation IUCN berichtet. Entsprechend konnte die Arabische Oryx auf der Roten Liste nun zurückgestuft werden.

Diesem Erfolg stehen auf der Roten Liste leider viele unerfreuliche Daten gegenüber. Insgesamt umfasst die Liste knapp 60'000 Arten, 3801 davon gelten als vom Aussterben bedroht, 5566 als stark gefährdet und 9898 als gefährdet. Somit befindet sich nahezu ein Drittel aller erfassten Arten in einer schlechten Situation. Ebenfalls auf der Liste stehen 797 bereits ausgestorbene Arten sowie 64 Arten, welche in der Wildnis als ausgestorben gelten, so wie es bei der Arabischen Oryx der Fall war. Bei etwa 9000 Arten ist eine Einstufung der Gefährdung nicht möglich, weil die Wissenschaftler zuwenig Informationen über sie haben. 

Besonders kritisch ist die Lage bei den Amphibien. 41 Prozent aller Arten gelten als vom Aussterben bedroht, stark gefährdet oder gefährdet. 19 Arten von Fröschen, Kröten oder Salamandern finden sich zum ersten Mal auf der Liste, acht davon gleich in der Kategorie der vom Aussterben bedrohten Arten. Bei den Amphibien ist es nicht nur die Zerstörung des Lebensraums, der sie bedroht, sondern zudem ein Pilz, welcher mit seiner weltweitern Verbreitung erschreckend viele Opfer fordert.

Auch bei den Vögeln ist die Lage alles andere als rosig. Zusammen mit Birdlife International verkündete die IUCN, dass fast jede siebte Vogelart bedroht ist, das sind insgesamt 1253 Arten. Nur dank wichtigen Artenschutzprogrammen fallen diese Zahlen nicht noch schlechter aus. Dass Arten aussterben, ist an sich natürlich. Doch momentan tun sie das ungewöhnlich schnell. Einige Forscher gehen sogar davon aus, dass wir an der Schwelle eines Massensterbens stehen. Zum Glück lassen Erfolgsgeschichten wie diejenige der Arabischen Oryx auch Hoffnung aufkommen.



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