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09.09.2013

Rumänische Regierung plant Massentötung von Hunden zu legalisieren

RUMÄNIEN – In Rumänien droht die Massentötung von Hunden, nach dem tödlichen Unfall eines Kindes. NetAP ruft weltweit Tierfreunde auf, gegen dieses Massaker an den Hunden bei der rumänischen Regierung zu protestieren und auch die Konsulate und Botschaften zu bitten, sich im Sinne des Tierschutzes gegen die drohende Gewalt gegen diese Tiere einzusetzen.

In einem Schreiben an das Konsulat und die Botschaft in Bern legt NetAP den Sachverhalt ausführlich dar:

Sehr geehrte Damen und Herren

Am Montag wurde in Bukarest ein vier Jahre alter Knabe von Hunden auf einem brachliegenden Gelände getötet. Er hätte eigentlich, zusammen mit seinem Bruder, von seiner Grossmutter beaufsichtigt werden sollen, hatte sich aber aus einem Park weggeschlichen. Auf einem privaten Gelände kam es offenbar zu einem Vorfall zwischen den Kindern und einem oder mehreren Hunden, dessen genaue Umstände nicht bekannt sind. Eines der Kinder kam mit einer Bisswunde davon, das andere verstarb am Unfallort. Die Politiker und Medien in Ihrem Land nehmen diesen tragischen Vorfall zum Anlass, erneut über die Tötung der Strassenhunde zu diskutieren und wollen dabei konsequent und erbarmungslos vorgehen. Ihr Präsident Taian Basesu rief bereits am Dienstag die Regierung in Bukarest dazu auf, ein Gesetz zu verabschieden, welches die Tötung der Strassenhunde legalisiert. Die Medien haben sofort nachgezogen! In einer beispiellosen Hetzkampagne gegen die Tiere wird die Stimmung noch mehr aufgeheizt.

Immer wieder wurde in den letzten Jahren durch Presse und Politiker der Ruf nach legaler Tötung der Hunde laut. Anfang 2012 hatte das rumänische Verfassungsgericht eine Gesetzesänderung abgelehnt, die die Tötung herrenloser Strassenhunde erlauben sollte. Artikel 6 dieses Gesetzentwurfs vom 22.11.2011 legte fest, dass Hunde nach drei Tagen Aufenthalt im Tierheim getötet werden durften, wenn sich kein Abnehmer für sie fand. In einem weiteren Artikel wären die Bedingungen geregelt worden, unter welchen ein Tier hätte adoptiert werden dürfen: Der Interessent hätte vor der Vermittlung nachweisen müssen, dass er genügend Platz und Geld für den Hund zur Verfügung hat. Ausserdem hätte er die Erlaubnis seiner Nachbarn einholen müssen. Faktisch wäre damit eine Adoption praktisch ausgeschlossen worden.

Trotz des Entscheides des Verfassungsgerichtes gingen in Rumänien die illegalen die Tötungen weiter. Anstatt Gelder in Kastrationsprogramme zu stecken wird in diesem Land ein millionenschweres Geschäft mit den Hundetötungen aufrechterhalten. Obwohl es wissenschaftlich erwiesen ist, dass einzig konsequente Kastrationen eine nachhaltige und gleichzeitig tiergerechte Lösung darstellen, unternimmt die Regierung Ihres Landes kaum etwas, um dies umzusetzen. Wäre dies nämlich der Fall, hätte Ihr Land das Problem mit den Strassenhunden längst im Griff. Hinzu kommt, dass der Nachschub an Hunden auf den Strassen zum grossen Teil von Privaten verursacht wird. Ihre unkastrierten Tiere vermehren sich und ein grosser Teil der Welpen wird entweder getötet oder landet auf der Strasse. Eine gesetzliche Kastrationspflicht würde auch hier Abhilfe schaffen.

Der Tod des Kindes ist eine Tragödie. Aber die Schuldigen sind nicht die Hunde, sondern die Politiker, die seit Jahren die nötigen Kastrationen durch Korruption verhindern und die durch Tierschutzorganisationen durchgeführten Programme boykottieren. Und nun wird der Tod des Kindes missbraucht, um erneut eine Hetzjagd gegen die Tiere zu veranstalten und um von der eigenen Verantwortung und Schuld abzulenken. Soviele Kinder sterben wegen mangelnder Fürsorge, schlechtem Gesundheitswesen, Verkehrsunfällen und vielem mehr. Hier sollten die Politiker endlich aktiv werden, denn diese Vorfälle übersteigen die Anzahl der (vereinzelten) Beissumfälle um ein Vielfaches. Aber für diese Kinder scheinen sich die Politiker nicht zu interessieren.

Endlich haben die Politiker einen Sündenbock für ihr Unvermögen, die selber produzierte Misere in eigenen Land zu lösen, gefunden: Die Hunde. Wie sagte schon Mahatma Ghandi: „Die Grösse und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandelt.“

NetAP führt seit längerem zusammen mit lokalen Organisationen in Rumänien Kastrationsprogramme durch. Obwohl es eigentlich Sache der Regierung wäre, investieren wir Zeit und Geld um Rumänien zu helfen. Wir möchten diese Hilfe auch weiter ausbauen und unzählige rumänische Tierfreunde sind dankbar und froh um unsere Hilfe.

Sie leben hier in der Schweiz in einem Land ohne Streunerhunde. Wie Sie wissen, ist dies nicht zuletzt auf konsequente Kastrationen sowie auf eine Registrierungspflicht und die Pflicht zur Abgabe von Hundesteuern zurückzuführen. Dies wäre auch in Rumänien möglich.

Bitte nehmen Sie Einfluss auf Ihre Regierung und fordern Sie diese auf, endlich ihre Verantwortung zu übernehmen und durch Massenkastrationen anstatt durch Massentötungen das Problem in den Griff zu bekommen.

Wichtige Anmerkung zum Schluss: Die eigentlich Betroffenen, nämlich die Angehörigen des getöteten Jungen, nehmen die Hunde in Schutz und machen ebenfalls die Regierung für die Tragödie verantwortlich!

Wir danken für Ihre Aufmerksamkeit und Ihre Bemühungen.

Rumänische Botschaft in Bern:?Kirchenfeldstrasse 78 CH - 3005 Bern?ambasada[at]roamb.ch

Rumänisches Konsulat in Bern:?Brunnadernstrasse 20, 3006 Bern?consulat[at]roamb.ch?economic[at]roamb.ch

Rumänische Botschaft Berlin:?Dorotheenstr. 62-66?10117 Berlin?Deutschland?office[at]rumaenische-botschaft.de

Rumänisches Konsulat in Bonn:?Legionsweg 14?53117 Bonn?Deutschland?info[at]konsulat-rumaenien-bonn.de

Rumänisches Konsulat in München:?Richard-Strauss-Strasse 149?81679 München?Deutschland?kanzlei[at]rumaenien-gkmuenchen.de

Rumänische Botschaft Wien:?Prinz Eugen Strasse 60?1040 Wien?Österreich?ambromviena[at]ambrom.at



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