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14.09.2010

Schliessung des Delfinariums ruft Tierschützer auf den Plan

DEUTSCHLAND - Nachdem das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) im Sommer 2008 begonnen hatte, Mängel im Delfinarium im Allwetterzoo Münster aufzudecken, kapitulierte jetzt der Zoo und kündigte die Schliessung der Anlage bis Ende 2012 „aus wirtschaftlichen Gründen“ an.

Die mehrfachen WDSF-Aktionen brachten Zoodirektor Jörg Adler in Rage. Adler sprach damals von „Erpressung“ und weiter: Das WDSF sei klein und wenig schlagkräftig und sein Chef Jürgen Ortmüller verbreite „eine Menge Quatsch“. Ein Schreiben des Umweltamtes, das Verständnis für eine kritische Betrachtung des Delfinariums äusserte, nannte Adler „abenteuerlich“. Auf Intervention des WDSF musste im letzen Jahr noch ein neuer Hallendachbereich wegen mangelhafter Lichtverhältnisse installiert werden. Das kleine Vorführbecken stand weiterhin in der Kritik der Tierschützer. Sie forderten permanent die Schliessung des Delfinariums. Der oscarprämierte Film von Richard O’Barry „Die Bucht“ kochte das Thema der Delfinarien erneut hoch. „Kaufen Sie keine Eintrittskarten für Delfinarien“, so die Botschaft des Ex-TV-Flippertrainers und WDSF-Mitglieds, „denn die Nachfrage regelt das Angebot“.

Das WDSF liess nie locker. Zusammen mit der Organisation „ProWal“ gab es in Münster mehrfach Proteste gegen die Delfinhaltung. Über 90 Prozent Beteiligte der Befragung einer Zeitung sprachen sich gegen das Delfinarium aus. Bärbel Höhn, Ex-Umweltministerin der Grünen, und die parlamentarische Grünen-Geschäftsführerin in Berlin, Undine Kurth, unterstützten die Tierschützern und forderten ebenfalls die Aufgabe der Delfinhaltung. Die Linke nahm in Münster an den Demonstrationen von WDSF und ProWal teil und verteilte gar Flyer. CDU und FDP ignorierten die WDSF-Forderungen und sperrten sich gegen eine Schliessung, die SPD forderte lediglich bessere Haltungsbedingungen.

Die jetzt angekündigte Schliessung des Münsteraner Delfinariums reicht den Delfinschützern allerdings nicht. Sie stellen die Frage nach dem Verbleib der Meeressäuger und haben ihre Unterstützung angeboten.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Wir bedanken uns beim Zoo-Chef für seine Einsicht und insbesondere der Münsteraner Bevölkerung für die zahlreiche Unterstützung unserer Forderungen. Wir fragen aber auch, wo die Tiere bleiben werden. Wenn sie im nächsten Betonloch landen, wäre das keine gute Entscheidung. Eine Auswilderung scheidet aus, weil sie sich selbst nicht mehr ernähren können und das den sicheren Tod bedeuten würde. Wir hoffen, dass die Delfine in einem Freiluftgehege ihr Gnadenbrot bekommen.“

Andreas Morlok von ProWal: “Tierquälerei hat in einer modernen Gesellschaft keinen Platz. Um über die Bedrohungen der Meeressäuger aufzuklären, braucht man diese freiheitsliebenden Tiere nicht einzusperren. Der Allwetter-Zoo trägt nun eine besondere Verantwortung. Er hat jahrzehntelang viele Millionen durch die Zurschaustellung der Delfine verdient. Sie einfach in ein anderes Delfinarium abzuschieben, würde dem Zoo und der Stadt Münster keine Sympathien einbringen.”

Jetzt wollen die Delfinschützer von WDSF und ProWal ihre Kampagnen gegen die beiden verbleibenden Delfinarien im Duisburger Zoo und im Tiergarten Nürnberg verstärkt fortsetzen. Am Sonntag, den 03.10., direkt vor dem Welttierschutztag, ist eine Demonstration am Duisburger Zoo vorgesehen. Der hatte bisher die Bekanntgabe der Krankheits- und Todeszahlen der intelligenten Meeressäuger verweigert.

Quelle: Tierschutznews.ch



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