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23.08.2014

Schweinehaltung hart kritisiert

SCHWEIZ – Die Tierrechtsorganisation «Tier im Fokus» beklagt die schlimmen Zustände in Schweizer Schweineställen. Schreckensbilder zeigen das Leid der Säugetiere.

In ihrem «Schweine-Report» präsentiert die Tierrechtsorganisation Tier im Fokus Bildmaterial aus zehn Schweinebetrieben in vier Kantonen, das Zweifel an der tiergerechten Haltung der Schweine aufkommen lässt. Die Bilder, die Tier im Fokus (TIF) am Freitag präsentierte, zeigen kotverschmierte Betonbuchten, auf nacktem Boden liegende Schweine, Tiere mit Ausschlägen oder Bisswunden, tote Ferkel in Eimern und Tiere, die nicht gehen können.

Für TIF-Präsident Tobias Sennhauser sind diese Zustände unhaltbar, jedoch nicht erstaunlich: «Unter den Bedingungen der zunehmenden Industrialisierung der Landwirtschaft werden Tiere auch in der Schweiz noch mehr zu Waren degradiert», wird er in einer Medienmitteilung zitiert.

 

Tierindustrie im Visier

Die Tierrechtsorganisation verurteilt «diesen gewaltsamen Umgang mit Lebewesen» und fordert Bund und Politik auf, den Schutz der Tierwürde endlich wahrzunehmen «und die allein auf Profit ausgerichteten, lebensverachtenden Machenschaften der Tierindustrie zu unterbinden». Zudem solle die Bevölkerung neutral und umfassend über Alternativen zum Konsum tierischer Produkte informiert werden, schreibt der Verein, der sich für die Unversehrtheit aller Tiere einsetzt und Veganismus fördern will.

Der Schweizer Tierschutz hatte Einsicht in die Bilder des TIF und stellte, soweit ersichtlich, in zwei der zehn angeprangerten Betriebe vernachlässigte Tiere fest. Die anderen Betriebe hielten, gemäss Fotos und Videos, die Tiere innerhalb des gesetzlichen Rahmens, sagte Cesare Sciarra, Leiter des Kontrolldienstes, auf Anfrage. «Wir sehen solche Bilder jeden Tag, das ist nichts neues für uns.»

Seiner Ansicht nach sind die Mindestanforderungen an die Schweinehaltung gemäss Tierschutzgesetz und -verordnung ungenügend. Bei Labelbetrieben wie Naturafarm, Terrasuisse oder bio natur plus seien die Vorschriften «Ok, aber abhängig von der Umsetzung durch die Tierhalter». Der Tierschutz sei immer im Spagat zwischen Bauern, die Geld verdienen müssten und dem Schutz der Tiere.



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