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26.07.2012

Sommerhitze: Nutztierhalter müssen jetzt besonders auf ihr Vieh achten

SCHWEIZ – Eine Hitzewelle macht nicht nur uns Menschen zu schaffen. Auch Tiere, besonders die extrem hitzeempfindlichen Schweine, Hühner und Kaninchen, können unter den hohen Temperaturen leiden. Oft reichen die gesetzlichen Mindeststandards in der Nutztierhaltung nicht aus, um das Risiko solcher Hitze-Katastrophen zu reduzieren.

Wir empfehlen daher konkrete Massnahmen, mit denen Landwirte für Sicherheit und Wohlbefinden der Tiere sorgen können. Das wichtigste Kriterium ist dabei eine Lüftungsanlage nach dem neuesten Stand der Technik. Vor Beginn einer Hitzewelle sollte jeder Tierhalter seine Anlage unbedingt warten lassen, um sicherzugehen, dass keine Ausfälle passieren können. Eine verstärkte Ventilation kann in Hitzeperioden unnötiges Leid der Tiere verhindern, hier sollte nicht am falschen Ende gespart werden.

Weidenflächen bzw. Freilaufzonen müssen auf jeden Fall auch schattige Plätze haben, damit Tiere nicht der prallen Sonne ausgesetzt sind. Im Idealfall werden schon bei der Planung der Anlagen Bäume und Sträucher gepflanzt. Wenn Stallungen einer starken Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind, sollten entweder Klimaanlagen installiert oder ebenfalls aussen Bäume gepflanzt werden, die Schatten spenden. Für Schweine in Freilandhaltung ist es sehr wichtig, dass sie eine Möglichkeit zum Suhlen haben, weil ihr Körper damit der Hitze entgegenwirken kann. In den Ställen können Wasserberegnungsanlagen für Abkühlung sorgen. Ein echtes Problem im Hinblick auf den Tierschutz ist in Massentierhaltungs-Betrieben der hohe Tierbesatz auf engem Raum. Denn je dichter aneinander gedrängt Tiere gehalten werden, umso mehr leiden sie natürlich unter der Hitze.

Ganz wichtig ist auch, dass sich Landwirte an die gesetzliche Vorgabe halten, dass Nutztiere zu jeder Zeit Zugang zu frischem Wasser haben müssen. Was schon bei normalen Temperaturen eine Selbstverständlichkeit ist, ist bei Hitze lebensnotwendig, um eine rasche Dehydrierung und ein Verenden der Tiere zu verhindern.

Automatische Systeme, die Tierhalter per SMS informieren, sobald kein Wasser oder Futter mehr für die Tiere vorhanden ist oder die Lüftung nicht mehr funktioniert, haben sich in der Praxis bewährt. Wer technisch nicht entsprechend gerüstet ist, sollte in Hitzeperioden entsprechend mehr Kontrollgänge einplanen.

Nicht zuletzt sollte tierärztliche Hilfe bei akuten gesundheitlichen Problemen als Folge der Hitze rasch verfügbar sein. Daher sollten sich Landwirte auch rechtzeitig über Urlaubsvertretungen ihrer Veterinärmediziner während der Ferienzeit informieren.



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