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25.09.2009

Spendenaufruf von Pro Tier in der Kritik

SCHWEIZ – Anfang dieser Woche hatte der Tierschutzverein Pro Tier über die Medien verlauten lassen, dass er vor dem Konkurs stehe und in einem solchen Falle 70 Tiere mutmasslich getötet werden müssten. Bei anderen Tierschutzorganisationen lösten diese Aussagen Unverständis aus. Auch die monatlichen Kosten von 40'000 Franken für 70 Tiere sehen viele als unverhältnismässig hoch an.

Nur noch bis Ende Jahr reiche das Geld für die Unterbringung der 70 Tiere im Pro Tier-Heim Stolzboden in Sihlbrugg. Wenn kein Wunder geschehe, müsse man danach Konkurs anmelden und die 50 Büsis und 20 Hunde einschläfern lassen. Da es sich mehrheitlich um ältere Tiere handle, seien die Chance für eine Platzierung gering.

Tierschützerin Susy Utzinger sieht das anders. Es gebe immer eine Lösung, damit ein Tier nicht eingeschläfert werden müsse, betont sie. Für sie komme diese Aussage einer Erpressung gleich, um Spendengelder zu generieren, für die Vermittlung der Tiere tue Pro Tier zu wenig. Dabei hatte auch petfinder.ch schon vor Monaten mehrfach seine Hilfe bei der Vermittlung der Tiere angeboten, was Pro Tier jedoch ablehnte. Die Steckbriefe der zu vermittelnden Tiere werden nur im eigenen Heft veröffentlicht. Auch auf der Pro-Tier-Homepage sucht man vergeblich nach den Tieren.

Ebenfalls in der Kritik stehen die monatlichen Ausgaben von 40'000 Franken für die Unterbringung der 70 Tiere im Tierheim Stolzboden. Laut Nathalie Dubois, Geschäftsführerin von Pro Tier, liegen die Tarife im Rahmen von anderen Heimen. Dem widerspricht jedoch ein Tierheim-Inhaber: «Bei uns würde es die Hälfte kosten». Eine andere Tierheim-Inhaberin äussert gar den Verdacht, dass sich hier jemand auf Kosten der Tiere und der Spender eine goldene Nase verdiene. Zudem: Wie sich diese Kosten genau zusammensetzen, wollte Frau Dubois nicht verraten.

Dass sich unter den Tieren überhaupt soviele Büsis befinden, ist das Resultat einer grossen "Rettungsaktion" vor zwei Jahren in Stallikon, als auf einem verlassenen Bauernhof 40 Katzen gefunden wurden, 25 von ihnen leben seither im Tierheim. Für Katharina Beriger von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten ist dies nicht nachvollziehbar. Vier Pfoten kümmere sich ebenfalls um solche Bauernhofkatzen. Nach der Kastration und der Impfung beim Tierarzt würden solche Büsis aber wieder auf den Hof gebracht, da dort ihr Lebensraum sei. In "Gefangenschaft" leiden solche Katzen. Sie werden apathisch. Ausserdem müsse man bei insgesamt 60'000 streunenden Katzen in der Schweiz abwägen, wie man solchen Tieren hilft.

Dennoch zögerte Vier Pfoten nicht damit, Pro Tier Hilfe anbieten zu wollen. Doch per Telefon konnten die Verantwortlichen erreicht werden und ein E-Mail mit dem Hilfe-Angebot wurde bis dato nicht beantwortet. So ist es nicht verwunderlich, dass sich unter vielen Tierfreunden die Ansicht hält, der Verein behalte die Tiere lieber und nehme Spendengelder dafür, statt die Tiere zu platzieren.



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