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12.07.2009

Stiere spiessen mehrere Männer auf

SPANIEN - Bei der Stierhatz in Pamplona sind am Sonntag vier Menschen von den Hörnern der Tiere aufgespiesst worden. Mindestens zwei Männer bezahlten ihren Wagemut mit schweren Verletzungen.

Ein 44-jähriger Läufer wurde durch einen der bis zu 600 Kilogramm schweren Kampfstiere durch die Luft gewirbelt. Anschliessend griff das Tier den am Boden liegenden Mann erneut an und verletzte ihn schwer an der Brust. Ein 56-Jähriger wurde unterhalb des Kiefers von einem Stierhorn getroffen. Die Schwerverletzten seien ausser Lebensgefahr, teilte der Arzt Fernando Boneta mit. Sechs weitere Läufer kamen mit Prellungen und anderen Verletzungen davon, einer davon erlitt vermutlich einen Bruch des Fussknöchels. Am Freitag war ein 27-jähriger Spanier nach einer Stierhatz seinen Verletzungen an Hals, Herzschlagader und Lunge erlegen. Das Stiertreiben findet bis Dienstag jeden Morgen statt. Dabei werden sechs Bullen auf einen 825 Meter langen Parcours geschickt, bis zu 2000 hauptsächlich männliche Teilnehmer laufen vor ihnen her und versuchen, sich nicht erwischen zu lassen. Berühmt wurde der Encierro vor allem durch Ernest Hemingway, der dem Ereignis in seinem Roman "Fiesta" ein literarisches Denkmal setzte. Besonders junge Männer aus angelsächsischen Ländern fühlen sich auf Hemingways Spuren alljährlich von dem gefährlichen wie stumpfsinnigen Ritual angezogen. Der Schriftsteller nahm selber jahrelang daran teil.