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09.02.2015

Streunende Heimtiere sollen als „Wildtiere“ kategorisiert werden

Im Zuge der Erarbeitung des neuen EU Tiergesundheitsgesetzes plant die Europäische Kommission streunende Heimtiere der Kategorie „Wildtiere“ zuzuordnen. Dies würde den rechtlichen Schutz dieser Tiere im Vergleich zu gehaltenen Heimtieren reduzieren und in einigen Fällen eine erleichterte rechtliche Grundlage liefern, sie zum Beispiel bei der Jagd zu erschiessen, wie es in einigen Ländern in der Vergangenheit bereits versucht wurde. Bisher haben die Regierungen der meisten EU-Mitgliedsstaaten gegen diese Situation keinerlei Einwände erhoben.

In den letzten drei Jahren hat die Europäische Kommission einen Entwurf für das neue EU Tiergesundheitsgesetz erarbeitet. Dieses soll künftig den Grossteil der derzeit gültigen EU-Gesetzgebung zum Thema Tiergesundheit zusammenfassen und ersetzen. Ziel ist, die gesetzliche Lage zu vereinfachen und zu vereinheitlichen.

Die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN  hat daher die „Wild? Ich?“ Kampagne gestartet und ruft EU-Bürger auf, sich an ihre zuständigen Ministerien zu wenden, um die Kategorisierung streunender Heimtiere als „Wildtiere“ zu stoppen und stattdessen die Formulierung des Europaparlaments aufzugreifen. Ein Online-Protest und digitale Protest-Postkarten stehen zur Verfügung, um gemeinsam mit VIER PFOTEN eine fatale Formulierung und frei erfundene Kategorisierung in dem Gesetzesvorhaben zu verhindern. Die abschliessende Diskussion über den Gesetzentwurf beginnt  am 5. Februar mit der EU Kommission, dem Europäischen Rat, der die Mitgliedsländer repräsentiert, und dem Europäischen Parlament.

Link zum Protest: https://help.four-paws.org/de-CH/streuner-sind-keine-wilden-tiere

Die Grundidee des neuen Tiergesundheitsgesetzes ist prinzipiell positiv. Es soll künftig den Grossteil der derzeit gültigen über 200 EU-Gesetzgebungen zum Thema Tiergesundheit zusammenfassen und ersetzen. Ziel ist, die gesetzliche Lage zu vereinfachen und eine grössere Einheitlichkeit in diesem Bereich zu erreichen. Ausserdem eröffnet es die Möglichkeit, einer verpflichtenden Identifizierung und Registrierung aller Hunde in Europa was VIER PFOTEN seit jeher fordert und sehr begrüsst. Aber indem das Gesetz Streunerkatzen und –hunde als „Wildtiere“ definiert und damit deren gesetzliche Position schwächt, würde es diejenigen Fortschritte, die im Bereich des Tierschutzes in den letzten Jahren errungen wurden, untergraben. Wenn z.B. nur die in privaten Familien befindlichen Heimtiere gekennzeichnet und registriert werden sollen, wird das Prinzip der Verantwortlichen Haltung nicht um- und durchsetzbar sein.

„Katzen und Hunde werden oft als vollwertiges Familienmitglied angesehen. EU-Bürger werden niemals akzeptieren, dass in unserem Europa des 21. Jahrhunderts eine gesetzliche Grundlage geschaffen wird, die es erlaubt, dass auf ihre Hunde und Katzen geschossen wird.“, warnt Pierre Sultana, Leiter des Europabüros von VIER PFOTEN in Brüssel. Ziel von VIER PFOTEN ist es, die Europäische Kommission davon zu überzeugen, eine überlegtere Definition zu wählen.

„Wer Streuner als „Wildtiere” definiert, ignoriert damit wissenschaftlich belegte, grundlegende Unterschiede zwischen Wild- und Heimtieren und setzt sich über tausende Jahre Menschheitsgeschichte hinweg, in der unsere Vorfahren Hunde und Katzen domestiziert haben. Die neue Definition offenbart ihre Irreführung auch darin, dass sie einen Tiger, Löwen oder Elefanten, der in einem Zoo gehalten wird, nicht mehr den Wildtieren zuordnet.“, erklärt Sultana. Die Domestizierung bewirkt in Tieren gravierende Verhaltensveränderungen: Streuner teilen ihren Lebensraum mit den Menschen und suchen deren Nähe. Neben Tierschutzproblematiken wirft die neue Definition auch rechtliche Fragen auf: „Wie soll ein Jäger unterscheiden können, ob er es mit einem „wilden“ oder gehaltenen Tier zu tun hat? Wann genau wird ein Heimtier zu einem „Wildtier“? Wie kann ein Richter entscheiden in welche Kategorie ein bestimmtes Tier fällt? Wird es die Jagd auf Hunde und Katzen attraktiv machen?“, fragt sich Sultana besorgt.



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