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21.03.2013

Studie zweifelt an Übertragbarkeit von Tierversuchen

SCHWEIZ – Menschen und Mäuse reagieren komplett unterschiedlich auf Verletzungen und Entzündungsprozesse. Erneut beweist eine Studie, dass die Ergebnisse aus Tierversuchen nicht auf Menschen übertragbar sind. Doch noch immer sind Tierversuche gesetzlich vorgeschrieben, beispielsweise um Medikamente für Menschen zu entwickeln. Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) fordert die Abschaffung aller Tierversuche zugunsten einer am Menschen orientierten Forschung.

Über 5 500 Gene verändern sich bei Menschen durch schwere Verletzungen und darauf folgende Entzündungsreaktionen. Bei Mäusen mit vergleichbaren Verletzungen sind hingegen grösstenteils ganz andere Gene betroffen. Zudem leiden die Menschen mehrere Monate an den  Reaktionen, Mäuse dagegen ein paar Stunden oder Tage. Dies haben 39 Autoren von 20 US-amerikanischen und kanadischen Forschungsinstituten herausgefunden, die im Rahmen einer Studie die Genaktivitäten von 244 Patienten mit Brandverletzungen und von 167 Menschen mit grösseren Wunden verfolgten.[1] Sie gingen damit unter anderem der Frage nach, weshalb 150 Substanzen, die sich im Tierversuch als wirksam erwiesen hatten, beim Menschen allesamt versagten.
Das Studienergebnis ist für Andreas Item, Geschäftsführer der AG STG, nicht überraschend: «Ergebnisse aus Tierversuchen sind kaum auf Menschen übertragbar und deshalb ein unkalkulierbar grosses Risiko. Trotzdem wird noch immer auf Tierversuche gesetzt, und das obwohl innovative, tierfreie Forschungsmethoden zur Verfügung stehen, die sich direkt am Menschen orientieren.»
Seit Jahrzehnten werden so genannte «Mausmodelle» in der biomedizinischen Forschung und Medikamentenentwicklung verwendet. Doch bei klinischen Studien, also bei den anschliessenden, gesetzlich vorgeschriebenen Tests am Menschen, erweisen sich die aus Tierversuchen gewonnenen Ergebnisse immer wieder als Fehlschlag.
Keine Sicherheit für Patienten
Eine aktuelle Untersuchung der AG STG zeigt, dass auch die Schweiz nicht verschont ist von Medikamenten, die im Tierversuch zwar erfolgreich waren, nach der Einführung aber wieder vom Markt genommen oder mit verschärften Zulassungsbeschränkungen versehen werden mussten. Alleine in den Jahren 2011 und 2012 waren über 20 Medikamente betroffen. Die Dunkelziffer liegt – mangels einer entsprechenden, offiziell zugänglichen Datenbank – mit Sicherheit deutlich höher.
Forschung muss sich am Menschen orientieren
Um die Sicherheit von Patienten bestmöglich zu gewährleisten, fordert die AG STG eine konsequente Vergleichsuntersuchung zwischen humanbiologischen Tests und Tierversuchen. Die AG STG fordert ein Umdenken in Politik und Forschung. Will die Schweiz auch in Zukunft zu den führenden Forschungsnationen gehören, muss sie sich vom Tierversuch verabschieden und den Weg frei machen für eine am Menschen orientierte und für die Menschen nützliche Medizinforschung. Innovative, tierversuchsfreie Forschungsmethoden sind ein klarer Fortschritt und nicht ein Ersatz für Tierversuche. Die AG STG fordert die Schweizer Behörden auf, den Fortschritt in der Forschung nicht länger zu blockieren und stattdessen in die Zukunft zu investieren.

Die AG STG-Untersuchung über aktuelle Rückzüge von Medikamenten ist online abrufbar.



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