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04.04.2011

Therapiehunde können Autisten helfen

DEUTSCHLAND – 35 Millionen Menschen weltweit leiden an Autismus, einer Entwicklungsstörung, die sich speziell in der frühkindlichen Form durch extreme Abkapselung, Sprachauffälligkeiten und ängstlichem Festhalten an Gewohnheiten äussert. Neue Therapieformen wurden gestern anlässlich des von der UNO ausgerufenen «Tag des Autismus» von Forschern vorgestellt. Einer davon ist der Einsatz von Therapiehunden, welche die soziale Interaktion von autistischen Kindern verbessern sollen.

Dieser Therapieansatz wurde nun von der Diplompädagogin Wiebke Schwartze vom Institut für Förderpädagogik der Universität Leipzig erstmals wissenschaftlich erforscht. Sie erklärt, dass die Therapie mit einem Begleithund vor allem das Ziel habe, die Kommunikation zu fördern, verbale Kompetenzen seien dagegen eher zweitrangig. Jens Berndt, Leiter einer Hundeschule, ergänzt: Der Hund diene als Medium, der den Menschen öffne, indem er ihn auffordere, etwas mit ihm zu tun. Für die Arbeit bei frühkindlichem Autismus gebe es mehrere Ansätze. Zum Beispiel gäbe es Hunde, die sich an jede beliebige Person andöcken könnten. Sie vollbrächten alle Anweisungen und vermitteln dieser Person dadurch das Gefühl, den Hund steuern zu können. Andere Modelle seien gemeinsamer Sport sowie das taktile Erleben mit berühren, fühlen und streicheln.

Wie die Wirkung eines Tiers auf den Menschen letztlich ausfällt, kann man laut dem Hundetrainer nicht voraussehen. Das hänge sowohl von der Person wie auch vom Hund und dem Wechselspiel zwischen ihnen ab. Erfolge sehe man oft nicht sofort, da Ergebnisse bei Autismus verzögert aufträten. Doch es gibt sie, wie das Beispiel eines Jungen mit frühkindlichem Autismus zeigt, der plötzlich zu sprechen begonnen hat. In den meisten Fällen soll jedoch einfach nur die Fähigkeit des Kommunizierens gefördert werden, sagt auch Berndt.

Die Hunde, die in der Therapie eingesetzt werden, seien alle dafür geschult. Autistische Patienten könnten auch mal grob werden, der Hund müsse daher mental sehr stark, belastbar und robust sein. Die Voraussetzungen dafür lägen einerseits in gutem genetischem Material, andererseits in der richtigen Vorbereitung. Nur so könnten die Spezialhunde in einer Therapie die nötige Sicherheit bieten, während ein Erfolg mit nicht geschulten Tieren bestenfalls ein Glückstreffer sei, hält der Hunde-Experte fest.

Für die Diplompädagogin Schwartze hingegen hat vor allem der freie Kontakt zwischen Mensch und Tier grosse Bedeutung. Der Hund sei ein soziales Wesen, das Kontakt aufnehmen wolle. Gerade dies sei bei Autismus zwar erschwert, doch gelinge es dem Tier mit ausreichend Geduld, Einfühlsamkeit und Vorsicht, Blickkontakt herzustellen und Aufmerksamkeit hervorzurufen, ohne sich aufzudrängen. So werde selbst der introvertierteste Autist durch einen Hund irgendwann erreicht, denn in jedem Menschen läge ein Interesse an einem sozialen, lebendigen Tier zu Grunde, erklärt die Forscherin.



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