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18.11.2010

Thunfisch-Konferenz – dringend Taten gefordert

FRANKREICH – Zum Start der entscheidenden Thunfisch-Konferenz fordert der WWF ein ambitioniertes Rettungsprogramm für den bedrohten Blauflossen-Thunfisch. Dazu gehöre ein Aussetzen der zerstörerischen, industriellen Fischerei mit Ringwadentechnik ebenso wie ein Eindämmen der illegalen Fischei durch die verantwortliche Kommission (ICCAT - Internationale Kommission zum Schutz der Atlantischen Thunfische). Durch Jahrzehnte der rücksichtslosen Ausbeutung ist der Bestand des Blauflossen-Thunfisches im Mittelmeer um 85 Prozent eingebrochen, so dass hier das Risiko einer kommerziellen und biologischen Ausrottung dieser Art besteht.

Thunfische

Ein internationales Handelsverbot nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen war im März am Widerstand der Fischereilobby gescheitert. Schlüsselstaaten des Internationalen Thunfischhandels, darunter die EU und Japan, hatten sich stattdessen verpflichtet, wissenschaftlichen Empfehlungen für Schutzmassnahmen zu folgen und diese im Rahmen der ICCAT-Konferenz vom 17.- 27. November in Paris zu beschliessen.  

 

„Die Staatengemeinschaft muss sich jetzt an ihre Selbstverpflichtung halten, wenn ICCAT nicht endgültig zur Lachnummer verkommen soll“, betont  Karoline Schacht, Fischereiexpertin beim WWF. „Insbesondere Japan als grösster Verbraucher von Blauflossen-Thunfisch und die EU, die den Löwenanteil der Fänge verantwortet, müssen jetzt ein nachhaltiges Rettungsprogramm nach wissenschaftlichen Vorgaben auf den Weg bringen.“ Der WWF fordert die ICCAT-Mitglieder auf, die Höchstfangmengen von derzeit 13.500 Tonnen auf 6.000 Tonnen im Jahr zu kürzen. Dies entspricht den wissenschaftlichen Empfehlungen, um dem Fischbestand eine ausreichend hohe Chance auf Erholung innerhalb der kommenden 10 Jahre zu verschaffen. 

 

Parallel dazu setzt sich der WWF für ein Ende der industriellen Ringwadenfischerei ein, die sich seit den 1990er Jahren verbreitet hat und die Dezimierung des Blauflossen-Thunfisches befeuert. 60-80 Prozent der Thunfischfänge im Mittelmeer werden so erbeutet. Es ist die einzige Technik, mit der ganze Schwärme von Thunfischen lebend gefangen werden können. Diese werden dann in schwimmende Käfiganlagen verbracht und vor allem für den japanischen Sushi-Markt monatelang gemästet. Das System einer überdimensionierten Fischereiflotte und angegliederten Mastanlagen auf See verhindere eine Rückverfolgbarkeit und wirksame Kontrolle der Fangmengen wie die Umweltschutzorganisation kritisiert. 

 

„Keine andere Fischerei in ganz Europa ist von illegaler Fischerei so betroffen und durchsetzt wie die Fischerei auf Blauflossen-Thunfisch“, sagt Karoline Schacht, WWF Fischereiexpertin. Der illegale Fang im Mittelmeer sei etwa so hoch wie die offiziellen Anlandungen. „Das bestehende Kontrollsystem durch die ICCAT-Kommission hat riesige Löcher und ist offensichtlich wirkungslos. Verstösse gegen die Bestimmungen dürfen nicht länger straffrei bleiben.“  Jüngste Untersuchungsberichte hatten erneut systematische Regelverletzungen und falsch deklarierte Fänge in erheblichen Umfang ans Licht gebracht.



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