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17.09.2010

Tierarzt wegen Tierquälerei verurteilt

SCHWEIZ – Der Tierarzt, Reitlehrer und national bekannte Military-Reiter wurde am Freitag vom Winterthurer Bezirksgericht wegen mehrfachen Verstosses gegen das Tierschutzgesetz verurteilt. Er erhielt eine bedingten Geldstrafe von 210 Tagessätzen à 100 Franken. Die Probezeit beträgt zwei Jahre. Ebenso erhielt er eine Busse von 4000 Franken. Hinzu kommen Gerichtskosten in der Höhe von 3000 Franken.

Symbolbild

Verurteilt wurde der Veterinär wegen eines Vorfalls im Oktober 2007. Der verurteilte Tierarzt aus Winterthur wies seine Lehrtochter an, mit dem 11-jährigen Polo-Pony Karioka eine Longierstunde durchzuführen. Das Pony sollte so zu einem Freizeitpferd umtrainiert werden. Zu diesem Zweck wurde das Pony «ausgebunden». Das heisst, sein Kopf wurde mit Hilfszügeln fixiert. Anstatt im Kreis zu trotten, wie dies der 56-JährigeTierarzt wollte, wehrte sich das Pony vehement. Dabei verlor die Stute mehrmals das Gleichgewicht und kippte auf die Seite. Der Verurteilte wies die Lehrtochter an, die Zügel noch enger zu schnallen. So nahm er in Kauf, dass das Tier mehrmals das Gleichgewicht verlor und auf die Seite kippte, wodurch es sich den Schädel brach. Das Gericht entschied, das Verschulden des Angeklagten wiege «nicht mehr leicht». Er habe weitergemacht, obwohl er gesehen habe, dass das Tier sich wehrte. Der Angeklagte wurde mehr für sein Verhalten nach der Longierstunde bestraft. Denn nachdem Karioka zitternd auf dem Hallenboden lag, unterliess es der Tierarzt dem Tier Schmerzmittel zu verabreichen oder es gar einzuschläfern. Stattdessen wies er die Lehrtochter an, Karioka im Auge zu behalten und ging Mittagessen. Erst Stunden später wurde der Tierrettungsdienst gerufen. Die Stute wurde noch am gleichen Abend in der Zürcher Tierklinik eingeschläfert. Laut Gericht hat der Verurteilte das Tier damit unnötig leiden lassen. Ob der Reitlehrer das Urteil akzeptiert oder ans Obergericht weiterzieht, ist noch unklar. Er hat nun zehn Tage Zeit Rekurs einzulegen.

Die Lehrtochter wurde vom Vorwurf des Verstosses gegen das Tierschutzgesetz vollumfänglich freigesprochen. Sie wollte das Pony nicht misshandeln und habe nur die Befehle ihres Lehrmeisters ausgeführt, in der Annahme, er wisse, was er tue. Laut Richter wollte sie nur gehorchen. Zehn Tage zuvor hatte der Angeklagte ihr bereits mit der Kündigung gedroht, weil sie sich weigerte, mit einem Traktor zu fahren. Der Zürcher Tieranwalt Antoine F. Goetschel, der die Staatsanwaltschaft bei der Anklage unterstützte, zeigte sich sehr zufrieden. In der Schweiz würden nur wenige Pferdesportler verurteilt, daher sei das Urteil wichtig. Er gehe davon aus, dass es noch viele solcher Fälle geben könne, diese aber von den Beteiligten und Pferdesportverbänden unter dem Deckel gehalten würden.



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