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02.01.2011

Tiere trauern um ihre Toten

SCHOTTLAND – Der Verlust von Lebensgefährten trifft die Tierwelt so hart wie den Menschen. Dies zeigen Videoaufnahmen aus einem Zoo in Schottland. Es ist ein Irrtum, dass die Natur ein egoistischer Kampf ums Leben ist. Die meisten Säugetiere überleben nicht, indem sie einander im Kampf ausstechen, sondern durch Kooperation, Fürsorge und Teilen.

Schimpanse

Trauer ist ein egozentrisches Gefühl. Trauer ist nicht mitfühlend. Wer traurig ist, versetzt sich nicht in die Lage eines anderen. Begreift ein Tier, welches um eine tote Bezugsperson trauert, dass es sie nie wiedersehen wird? Diese Einsicht nennen Forscher "Theory of mind" - und vermuten sie bei nur sehr wenigen Lebewesen. Dass dies auch bei Menschenaffen der Fall sein muss, dass sie den Tod begreifen können - diese wissenschaftliche Erkenntnis ist erst wenige Monate alt. Im April waren auf einem Video in einem Zoo in Schottland drei Schimpansen zu sehen, die den sterbenden Vierten häufiger als sonst streichelten und pflegten. Soweit man weiss, ist es bislang noch nie geglückt, den Moment auf Video festzuhalten, in dem ein erwachsener Affe unter seinen Gruppenmitgliedern stirbt. Die Lebensgemeinschaft der vier beobachteten Schimpansen war vertraut, erprobt in zwanzig gemeinsamen Jahren. Kurz vor dem Tod der Äffin "Pansy" versammelten sich die drei übrigen Schimpansen um sie. Kurz nach dem Tod streicheln sie nicht weiter. Sie schauen in den Mund der Toten, heben ihre Schultern, wie um sie wachzurütteln. Danach baut "Pansys" Tochter ein Nest neben ihrer Mutter, um die Nacht bei ihr zu verbringen. Eine Totenwache? Lange glaubte man, dass nur wir Menschen ein Bewusstsein für die Bedeutung des Todes haben. Diese Beobachtungen lassen aber vermuten, dass das Todesbewusstsein bei Schimpansen viel ausgeprägter ist als angenommen. Tiere, die um ihre Toten trauern, sind den Lebenden gegenüber meist zu besonderer Fürsorge fähig, hielt der Verhaltensbiologe Frans de Waal fest: Im Taï National Park beobachtete er Schimpansen dabei, dass sie durch Leoparden verwundete Gefährten versorgten. "Sie entfernten Blut, wedelten die Fliegen weg, nahmen während der Reise Rücksicht auf die Verletzten", schreibt de Waal in seinem Buch "Das Prinzip Empathie". 



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