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13.01.2011

Tiere wegen Dioxin zu töten ist strafbar – Anzeige droht

DEUTSCHLAND – Massentötungen von Schweinen, Hühnern und Puten, die derzeit durch die Medien gehen, bezeichnet die internationale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN als strafbar nach dem Tierschutzgesetz.

VLaut §17 Tierschutzgesetz darf kein Wirbeltier in Deutschland ohne vernünftigen Grund getötet werden. Dieser "vernünftige Grund" ist schon bei Seuchen fraglich, bei nicht ansteckenden Krankheiten und gar bei Nicht-Krankheiten gibt es aber wirklich gar keine Ausrede mehr. Sonst müssten beispielsweise auch alle Wildschweine, Igel, ja sogar Hunde, Katzen, etc. die mit Dioxin, Blei, Cäsium, etc. belastet sind, getötet werden. VIER PFOTEN warnt alle für solche Tötungen Verantwortlichen eindringlich davor, kündigt Anzeigen an und prüft auch weitere rechtliche Schritte. Die Kosten dürfen hier nicht als Ausrede verwendet werden, da diese ohnehin der Verursacher zu tragen hat.

"Massenvernichtungsaktionen dieser Art sind immer mit extremem Tierleid verbunden - noch schlimmer als ohnehin schon im Schlachthof, da auf einzelne Tiere keine Rücksicht genommen wird", so Johanna Stadler, Geschäftsführerin von VIER PFOTEN. "Die Betriebe haben ausserdem meist nicht die Vorraussetzungen für eine gesetzeskonforme, schonende Tötung der Tiere.

VIER PFOTEN schliesst sich hier der Rechtsmeinung des Vorsitzenden der tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz, Thomas Blaha, an, der sich kürzlich gegen Massentötungen von Hühnern oder Schweinen ausgesprochen hatte, die dioxinbelastetes Futter gefressen haben: "Es gibt zwar Situationen, bei denen Tötungen zum Schutz des Gemeinwohls notwendig sind, beispielsweise Seuchen. Das trifft für Dioxinbelastungen wie im vorliegenden Fall aber nicht zu."

"Der Wahnsinn der Industrialisierung der Landwirtschaft übersteigt Grenzen, die in keiner Weise mehr akzeptabel sind. Die Verantwortlichen haben aus reiner Profitgier gehandelt und mit der Gesundheit zahlreicher Verbraucher gespielt. Sie tragen die Verantwortung für unendliches Tierleid und müssen hart zur Rechenschaft gezogen werden", so Stadler. Darüber hinaus fordert VIER PFOTEN eine 180-Grad-Wende in der Agrarpolitik. "Skandale wie diese sind nur die Spitze des Eisbergs einer vollkommen industrialisierten Landwirtschaft, bei der kein verlässlicher Tier- und Verbraucherschutz mehr möglich ist. Schärfere Kontrollen und eine gezielte Förderung kleiner und mittelgrosser, regional wirtschaftender Freilandbetriebe mit geschlossenen Kreisläufen müssen vorangetrieben werden", so Stadler abschliessend.

Bis auf weiteres empfiehlt VIER PFOTEN, potentiell gefährliche Nahrungsmittel wie Eier, Geflügel- und Schweinefleisch zu meiden.



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