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05.01.2013

Tierschützer begrüssen Schliessung des Delfinariums in Münster

DEUTSCHLAND – Der Allwetterzoo Münster hat auf seiner Internetseite angekündigt, dass die Delfine den Zoo Anfang 2013 verlassen. Sie seien auf jeden Fall noch zum Ende der Weihnachtsferien am Sonntag, den 06. Januar, zu sehen, verlautet es vom Zoo.

Das Hagener Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) hatte bereits im Jahr 2008 bauliche Mängel in dem in die Jahre gekommenen Delfinarium in Münster beanstandet und die Aufsichtsbehörden eingeschaltet. Daraufhin erteilte die Stadt Münster dem Delfinarium entsprechende Umbauauflagen. Nach Angaben des Zoos hätte ein Umbau etwa 20 Millionen Euro gekostet, die nicht zur Verfügung standen. Dem WDSF war es demnach durch die Mängelrüge gelungen, eine endgültige Schliessung der maroden Anlage herbeizuführen.

Über den letztendlichen Verbleib der drei letzten Delfine in Münster schweigt der Allwetterzoo beharrlich. Das WDSF konnte jedoch nach eigenen Angaben in Erfahrung bringen, dass es seitens des Zoos eine Anfrage in Portugal gegeben habe. Dort kämen die Delfinarien im „Jardim Zoologico“ mit bereits fünf Delfinen oder das „Zoomarine Algarve“ mit 19 vorhandenen Delfinen in Frage. Noch am Freitag hatte das WDSF die Aufsichtsbehörde in Münster gebeten, einen beabsichtigten Transfer genau zu überprüfen, weil die Delfinarien in Portugal „nicht gerade vertrauenserweckend“ erschienen. Für das Wohlbefinden der Münsteraner Delfine wäre eine von Menschen betreute Meereslagune besser geeignet, so die Tierschutz-Organisation.

WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller: „Wir begrüssen die angekündigte Schliessung des Delfinariums in Münster als grossen Erfolg für den Schutz der Delfine. Delfinarien sind Auslaufmodelle. Wir haben nun nach dem Delfinarium im Heidepark Soltau im Jahr 2008, dem Connyland-Delfinarium in der Schweiz für das Jahr 2013 und verschiedenen Delfinarien in der Türkei seit 2010 eine weitere Schliessung veranlassen können. Das alles ist auf das intensive Zusammenwirken von Tierschützern und auf juristische Interventionen zurückzuführen.“

Selbst Zoo-Chef Jörg Adler musste zugeben, dass „Delfinarien nicht mehr dem Zeitgeist entsprechen“. Ortmüller hätte sich gerne mehr Offenheit bei den Informationen des Zoos gewünscht, denn der Kampf um die Delfine hält an. Nachdem das WDSF im Nürnberger Tiergarten Mitte 2012 nach einer Akteneinsicht aufgedeckt hatte, dass die Delfine fast täglich mit Psychopharmaka behandelt werden, vermutet die Organisation dies auch in Münster. Eine Anfrage an das Münsteraner Delfinarium auf Akteneinsicht blieb nach Angaben des WDSF bisher unbeantwortet. Das WDSF will daher nach Ablauf der gesetzlichen Auskunftspflicht nach dem 10. Januar 2013 Klage gegen den Betreiber des Delfinariums beim Verwaltungsgericht Münster einreichen.

Von den ehemals neun Delfinarien in Deutschland wurden nun mit Münster insgesamt sieben wieder geschlossen. Nur noch der Duisburger Zoo und der Tiergarten Nürnberg bieten die Delfinshows an. Das WDSF fordert auch die Schliessung dieser Delfinarien und bittet die Besucher, keine Eintrittskarten für diese Zoos zu kaufen. Ortmüller kündigte an, bei der Vorstellung in Münster am Sonntag, den 06. Januar um 15:00 Uhr, dabei zu sein und sich von den Delfinen zu verabschieden. 



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