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06.12.2010

Tierschutz erstattet Anzeige gegen Circus Royal

SCHWEIZ – Der Schweizer Tierschutz (STS) hat gegen den Circus Royal eine Strafanzeige eingereicht. Der Zirkus habe Tiere tierschutzwidrig transportiert. Der Zirkus habe Ziegen, Schafe, Schweine und Nandus bis zu 27 Stunden ohne Futter und Wasser in einem Sattelschlepper gelassen. Der Zirkus weist die Vorwürfe zurück.

Zirkus

Symbolbild

Bei der Verschiebung des Circus’ Royal vom österreichischen Bregenz nach Emmenbrücke habe ein STS-Team beobachtet, wie die sieben Ziegen, zwei Schafe, drei Schweine und fünf Nandus bis zu 27 Stunden in einen Sattelschlepper eingesperrt waren. In dieser Zeit seien die Tiere weder gefüttert noch worden.

Transporter einen Tag auf Parkplatz gelassen

Einer von drei Sattelschleppern sei bei Kälte und Schneefall «unerklärlicherweise» einen ganzen Tag auf einem Parkplatz beim Zollübergang von St. Margrethen stehen geblieben. Erst über 24 Stunden nach dem Verladen der Tiere sei der Sattelschlepper abgeholt worden und drei Stunden später in Emmenbrücke eingetroffen. Dort habe das STS-Team auch festgestellt, dass die Tiere in den beiden ersten Lastwagen noch nicht freigelassen worden waren. Es sei daher davon auszugehen, dass sämtliche Zirkustiere während rund 27 Stunden in den Lastwagen eingesperrt waren.

Anzeige:

Der STS hat deswegen beim Kanton St. Gallen Strafanzeige eingereicht, wie Sara Wehrli vom STS sagte. Der Tierschutz ist auch empört, dass der Grenztierarzt sich nicht habe einmischen wollen. «Das wollten wir beim Kanton St. Gallen auch deponieren», sagte Wehrli.

Zirkus reagiert gelassen

Olivier Skreinig, Co-Direktor des Circus Royal, sieht kein Verschulden des Zirkus’. «Wir haben uns unseres Wissens nach ans Gesetz gehalten», sagte er.

Nach Ankunft des Zirkus' in Emmenbrücke hätten der Veterinärdienst des Kantons Luzern und die Polizei alles überprüft und am Tag darauf die Transporter ausgemessen. Es sei nichts beanstandet worden, sagte Skreinig.

Thomas Kalbermatter, Bereichsleiter Tierschutz beim Veterinärdienst des Kantons Luzern, hielt fest, dass an der Tierhaltung in Emmenbrücke nichts zu beanstanden sei. Auch beim Tiertransport habe er keine erheblichen Mängel festgestellt. Es sei jedoch an der St. Galler Staatsanwaltschaft, über die strafrechtliche Relevanz der STS-Anzeige zu entscheiden.



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