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04.05.2011

Tierschutz ist die beste Therapie

Tiere helfen Menschen – diesen Satz hört man immer wieder, doch was bedeutet er konkret? Studien der letzten Jahrzehnte untermauern, dass Tiere dem Menschen helfen, indem sie seine körperliche und seelische Gesundheit unterstützen und fördern. Dahinter steckt die Fähigkeit der Tiere unser Leid, unseren Schmerz, unsere Einsamkeit, unsere Ängste zu erspüren und darauf mit ihrem Verhalten uns gegenüber angemessen zu reagieren.

Tiere zeigen uns ohne Worte, dass sie verstehen. Sie zeigen uns, dass wir in ihren Augen wertvoll sind, egal ob wir selbst und andere Menschen das genauso sehen oder nicht. Sie sind da, sie sind im Hier und Jetzt, sie sind echt und ihre Gefühle und Empfindungen sind so tief und aufrichtig wie menschliche Emotionen es selten zu sein vermögen. Jeder von uns, der mit Tieren zusammenlebt oder sonst auf irgendeine Weise engen Kontakt zu Tieren hat, weiss, dass Tiere uns Menschen tatsächlich helfen. Die tiergestützte Therapie macht sich diese Tatsache zunutze und setzt Tiere als Vermittler, als Brückenbauer ein, wenn es darum geht Menschen mit psychischen Schwierigkeiten, Behinderungen oder anderen Beeinträchtigungen zu helfen. Das Tier baut den emotionalen Kontakt zum Klienten auf und öffnet ihn. Der Therapeut nutzt dann die Beziehung des Klienten zum Tier, um besser an den Klienten heranzukommen. Es entsteht eine Dreiecks-Beziehung Klient-Tier-Therapeut, die ein sehr hohes Potential in sich trägt, um die Beschwerden des Klienten zu mildern und sein Leben zu verbessern.

Normalerweise werden in der tiergestützten Therapie Tiere eingesetzt, die von klein auf in guten Händen waren und vollkommen verhaltensunauffällig sind. Argumente hierfür sind die damit verbundene Berechenbarkeit des Tieres und somit die Sicherheit des Klienten. An dieser Stelle möchte ich jedoch eine Lanze für die Tierheimhunde und anderen Tierschutztiere brechen – und zwar aus gutem Grund. Zum Einen wegen der Tiere: es gibt so unendlich viele wundervolle Tiere, die ihr Leben lang vergeblich auf ein gutes Zuhause und die Möglichkeit Liebe zu empfangen und zu geben hoffen, dass es moralisch sehr fragwürdig ist heutzutage noch Züchtungen von Hunden und anderen Haustieren zu unterstützen. Zum Anderen wegen der Menschen: meiner Ansicht und Erfahrung nach profitieren Klienten vor allem vom Kontakt zu Tieren, die bereits einiges in ihrem Leben haben durchmachen müssen. Die

Klienten unterstehen - unabhängig von ihrer Krankheitsgeschichte - meist einem immensen Leidendruck und so erkennen sie sich am besten in den Tieren wieder, die selbst eine Geschichte voller Leid hinter sich haben. Sie identifizieren sich mit diesen Tieren. Tierschutztiere, die in der Therapie eingesetzt werden, sind ein Vorbild an Widerstandsfähigkeit und Zuversicht. Sie symbolisieren Hoffnung und Lebenskraft und das wiederum sind genau die Punkte, die Menschen brauchen, um ihr Leben verändern und verbessern zu können.

Natürlich ist der Einsatz von Tierschutztieren in der Therapie von Menschen nicht immer möglich. Es muss gut abgewogen werden, ob das Tier sich in der Therapie auch wirklich wohlfühlt und ob sein Einsatz somit vertretbar ist oder nicht. Das Tier muss die Therapie nicht nur mitmachen können, sondern es muss Spass an der ganzen Sache haben. Es muss den Kontakt zum Menschen wollen und zu jedem Punkt während der Therapie entspannt sein. Alles andere wäre tierschutzwidrig und nicht vertretbar. Desweiteren muss natürlich auch darauf geachtet werden, dass das Tier keine Gefahr für den Klienten darstellt. Dabei ist aber der absolute Gehorsam von Hunden, wie er von manchen Vereinen, die tiergestützte Aktivitäten betreiben, in meinen Augen weder nötig noch wirklich sinnvoll. Ein gewisser Grundgehorsam ist bei Hunden und manchen anderen Tieren notwendig, um Unfällen vorzubeugen und den Kontakt für alle Beteiligten angenehm gestalten zu können. Die freie Begegnung zwischen Mensch und Tier sollte jedoch immer das Ziel sein und d.h. für mich auch, dass das Tier frei entscheiden können muss, wann ihm der Kontakt zu viel wird und dass sein Wesen und seine Bedürfnisse an oberster Stelle stehen.

Gerade wenn es um die Betreuung von Personen mit sozialen Schwierigkeiten oder mit Gewalterfahrungen geht, ist in meinen Augen der Einsatz von Tierschutztieren die beste Therapie. Wie keine zweiten zeigen Tiere mit tragischer Vorgeschichte wie unerlässlich gute soziale Kommunikation und Austausch und ein respektvoller Umgang miteinander sind, wie dramatisch die Folgen von Gewalt und Respektlosigkeit sein können und wie man es trotzallem schaffen kann, aufzustehen und zu leben.

Einige Projekte existieren bereits, die Tierschutz und Unterstützung von Menschen verbinden, allerdings bedarf es noch viel Aufklärung zu dem Thema und weiterer Verbreitung solcher Projekte. Grundlegend hierfür sind die gute Zusammenarbeit von Tierschützern und Therapeuten und die Aufklärung von Institutionen über die immense Wichtigkeit von

Tierschutz und das einzigartige Potential des Einsatzes von Tierschutztieren in der Therapie von beeinträchtigten Menschen.

Quelle: Tierschutznews.ch



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