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09.06.2011

Tierschutz-Kontrollen dürfen keine Alibiübung sein

SCHWEIZ – Mit der Totalrevision der Inspektionskoordinationsverordnung (VKIL) will der Bundesrat die Anzahl der Kontrollen auf maximal eine pro Jahr und Landwirtschaftsbetrieb begrenzen.

Damit würde der Zweck der Inspektionen weiter verwässert, zumal heute ein Grossteil der Kontrollen auf Voranmeldung geschieht. Der Schweizer Tierschutz STS wehrt sich gegen dieses Vorhaben und fordert den Bundesrat auf, die Revision zu stoppen. In Anbetracht der Tatsache, dass jährlich rund CHF 2.5 Milliarden Direktzahlungen in die 60'000 Bauernbetriebe der Schweiz fliessen, hat sich der STS stets für einen konsequenten Vollzug der Tierschutz- und Direktzahlungsverordnung eingesetzt. Dazu gehören sachgerechte und insbesondere auch unangemeldete amtliche Tierhaltungskontrollen. Als Verband, der über den ersten vom Bund akkreditierten Tierschutz-Kontrolldienst verfügt, welcher u.a. im Auftrag der beiden Grossverteiler Migros und Coop die Labelproduktion überwacht, hat der STS täglich praxisnahen Einblick in den Nutztierschutz auf Betrieben, Transporten und in Schlachthöfen. Umso befremdeter zeigt sich der STS nun, dass er für die geplante Totalrevision der Inspektionskoordinations- Verordnung noch nicht einmal zur Anhörung eingeladen wurde.

 

Praxisfremder Vorschlag

 

Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) schlägt in der revidierten VKIL vor, jeden Landwirtschaftsbetrieb höchstens einmal pro Jahr zu kontrollieren. Eine solche Regelung ist praxisfremd und läuft der Transparenz und Glaubwürdigkeit der amtlichen Kontrollen und des Direktzahlungssystems zuwider. Wenn die Kontrolleure einen Betrieb höchstens einmal pro Jahr besuchen dürfen, müssen sie ein derart breites Spektrum an Punkten vom Ackerbau über die Stoff- und Warenflüsse bis hin zur Tierhaltung inspizieren, dass ihnen oft kaum Zeit für detaillierte Untersuchungen, etwa zum Tierschutz, bleibt.

 

Damit könnte insbesondere die Überprüfung des Tierschutzes auf den Betrieben leiden, fürchtet der STS. Er beantragt, die Revision zu stoppen und eine Arbeitsgruppe aus erfahrenen Kontrolleuren und Kontrolldiensten einzuberufen. Diese sollen ein Konzept ausarbeiten, das glaubwürdige Kontrollen gewährleistet und zur Frage von unangemeldeten Tierschutz-Kontrollen etwa auf Risikobetrieben Stellung nimmt. Im weiteren regt der STS eine Prüfung der Idee an, dass in Zukunft der Bund die Kontrollen organisieren und die entsprechenden Kosten dem Direktzahlungsbudget entnähme, statt dass wie heute die Landwirte Auftraggeber der Kontrollen sind.

Quelle: Tierschutznews.ch



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