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10.08.2011

Tierschutzstatistik: Immer mehr Tiere müssen aufgenommen werden

SCHWEIZ – Im Jahr 2010 mussten die Tierheime der STS-Sektionen 27463 Tiere aufnehmen. Das sind 3579 mehr als im Vorjahr, was einer Steigerung um 13 Prozent entspricht. Die Hauptgründe für den dramatischen Anstieg sieht der Schweizer Tierschutz STS in der stark zunehmenden Beliebtheit der Heimtiere – aber auch in der immer weiter verbreiteten Wegwerfmentalität, die leider auch vor Tieren nicht Halt macht.

Der weitaus grösste Teil der Tiere, die im vergangenen Jahr in den Tierheimen der STS-Sektionen aufgenommen wurden, nämlich 95 Prozent, sind Verzicht- und Findeltiere. Fast die Hälfte davon – rund 12350 – sind Katzen. Auf Rang zwei der abgegebenen und ausgesetzten Tiere folgen Hunde. Von den rund 3850 aufgenommen Tieren waren 104 sogenannte Listenhunde, also Rassen, die als potenziell gefährlich eingestuft werden. Diese Zahl ist mit 104 Tieren (2009: 139) rückläufig. Ferner wurden in den Tierheimen 3300 Nager und 8000 Tiere anderer Arten aufgenommen.

Zwar konnten die Tierheime fast 18500 Tiere vermitteln, und auch die Anzahl der Tiere, die an ihre Halterinnen und Halter zurückgegeben werden konnten, hat sich von 1762 auf 3188 nahezu verdoppelt. Das trifft allerdings auch für die Zahl der gestorbenen und euthanasierten Tiere zu, die von 904 auf 1686 gestiegen ist. Diese Zahlen ergibt die jährliche Tierschutzstatistik, welche der Schweizer Tierschutz STS bei seinen Sektionen erhebt.

Mangelnde Informiertheit und zunehmende Mobilität

Die Gründe für den dramatischen Anstieg von abgegebenen und ausgesetzten Tieren sind vielfältig. Zum einen sind Tiere in der Anschaffung billiger denn je. Viel zu viele, vor allem Hunde, werden aus dem Ausland eingeführt und hier platziert. Gesetzliche Schwellen wie eine Ausbildungspflicht gibt es ausschliesslich für Hundehalter. Für andere Tierarten wären sie politisch nicht durchsetzbar, genauso wenig wie eine Chip- und Registrierungspflicht oder eine Kastrationspflicht für Katzen. Zum anderen nimmt die Mobilität der Menschen stetig zu. Tiere verkommen dabei oft zum unerwünschten Hindernis und bleiben auf der Strecke. Die immer weiter um sich greifende Wegwerfmentalität, die leider auch vor Haustieren nicht Halt macht, tut ein Übriges.

Es gibt keine Patentlösung für das stetig wachsende, in unserer heutigen Gesellschaft verankerte Problem. Der Schweizer Tierschutz STS, der in diesem Jahr sein 150-jähriges Bestehen feiert, setzt auf Information und Aktion. Neben Merkblättern und Kursen zur richtigen Tierhaltung hat der STS verschiedene Fonds eingerichtet, welche seine Sektionen und ihre Tierheime in ihrer aufopfernden Arbeit finanziell unterstützen.

Immer mehr Tierschutzfälle

Im Jahr 2010 registrierten die Sektionen des Schweizer Tierschutz STS 6698 Tierschutzfälle. Das sind 936 Fälle mehr als im Vorjahr, was eine Zunahme um 14 Prozent bedeutet. Je ein Drittel der Fälle betrafen Hunde und Katzen. Mit ein Grund für den Anstieg ist das zunehmend zu beobachtende Phänomen des “Animal Hoarding”, bei dem nicht selten randständige Personen Tiere regelrecht horten, mit der Versorgung aber überfordert sind. Die Tiere werden dann oft in erbärmlichen Zuständen angetroffen und beschlagnahmt, viele müssen eingeschläfert werden. So importierte eine Frau aus dem Thurgau über sogenannte Flugpaten Katzen und verkaufte sie anschliessend über das Internet. Nach einer Strafanzeige des Tierschutzvereins wurde der Bestand polizeilich geräumt: 36 Katzen wurden beschlagnahmt. Aber auch Nutztiere, die 14 Prozent der Tierschutzfälle ausmachen, sind immer wieder von Tierquälerei betroffen. So liess ein psychisch angeschlagener Bauer im Obersimmental 18 Schafe elendiglich verenden.

Quelle: www.tierschutznews.ch



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