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27.05.2014

Tierversuche in der Tabakindustrie

Am 31. Mai ist Weltnichtrauchertag. Kaum bekannt ist, dass auch heute noch viele Tierversuche für die Tabakindustrie durchgeführt werden. Tiere werden dabei gezwungen, bis zu drei Jahre lang täglich stundenlang Tabakrauch zu inhalieren.

Dabei werden sie z.B. in winzige Behälter gesteckt, wo ihnen der Zigarettenrauch direkt in die Nase gepumpt wird.?Die AG STG (Aktionsgemeinschaft Schweizer Tierversuchsgegner) kritisiert diese Forschung scharf. Die Schädlichkeit des Rauchens ist unbestritten und wird durch viele Studien belegt. Die AG STG bezeichnet diesen Forschungs-Irrsinn als typisch für die Tierversuchs-Industrie.

Um die Auswirkungen von Zigaretten-Zusätzen wie Honig, Zucker, Melasse und Kaffee zu untersuchen, pressten Forscher von Philip Morris Tausende Ratten in enge Röhren. Im Tierversuch wurde ihnen dann täglich für etwa sechs Stunden Zigarettenrauch direkt in die Nase gepumpt. Danach wurden die Tiere getötet, seziert und untersucht.?In ihrer Internet-Datenbank www.datenbank-tierversuche.de dokumentiert die deutsche Organisation «Ärzte gegen Tierversuche e.V.» zahlreiche tierexperimentelle Studien der Tabakforschung.

Schon vor über 20 Jahren sind sogenannte «Krebsmäuse» zum Patent angemeldet worden, also Tiere, bei denen genetisch bedingt immer ein bestimmter Krebs ausbricht. Einige Forscher bezeichnen dies als Krebsmodell mit der Vorstellung und im Glauben, sie könnten dadurch Fortschritte erzielen. Doch Oberarzt Dr. med. Alexander Walz relativiert: «Gerade dieser Irrglauben verhindert wirklich innovative Heilungsmethoden, denn zwischen Menschen und anderen Tieren bestehen grundlegende genetische, molekulare, immunologische und zelluläre Unterschiede. Auch soziale, psychische, Ernährungs- und Umweltfaktoren finden im Tierversuch eine ungenügende Beachtung.»

Prospektive und retrospektive Studien an Menschen haben schon bis 1963 den Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs gezeigt. In Tierversuchen liess sich jedoch kaum durch Rauchen Lungenkrebs auslösen, weshalb jahrzehntelang bestritten wurde, dass Rauchen Lungenkrebs verursacht. Der Forscher Clarence Little schrieb dazu: «Der Misserfolg vieler Forscher, während einer 50-jährigen Testphase experimentellen Krebs zu erzeugen, führt – abgesehen von einigen wenigen Fällen – zu schweren Zweifeln, was die Gültigkeit der Zigaretten-Lungenkrebs-Theorie anbelangt.»?Dr. med. Walz spricht Klartext: «Durch diese Fehlleistung wurde jahrelang der Zusammenhang zwischen Rauchen und Lungenkrebs verneint und Hunderttausende Menschen starben, weil Aufklärungs- und Präventionsmassnahmen unterblieben.»

Einmal mehr haben Tierversuche aufgezeigt, dass die Unterschiede zwischen Menschen und Tieren zu gross sind, als dass Ergebnisse aus Tierversuchen auf Menschen übertragen werden könnten. In Tierversuchen entstehen falsche Ergebnisse, die für uns Menschen nicht nur wertlos, sondern äusserst gefährlich sind. Trotzdem werden die Tierversuche weiterhin durchgeführt!?Es gibt zahlreiche innovative, tierfreie Forschungsmethoden, die Ergebnisse liefern, die direkt auf den Menschen übertragbar sind. In-vitro-Systeme umfassen eine Vielzahl verschiedener Testmethoden. Mit menschlichen Zell- und Gewebekulturen lässt sich z.B. die Wirksamkeit von potentiellen Medikamenten überprüfen. Mit mathematischen Computermodellen kann man den menschlichen Organismus und dessen Stoffwechselvorgänge simulieren. Im Fall des Rauchens zeigten Bevölkerungsstudien klar auf, welche Risiken damit verbunden sind.

Liste mit über 50 Medikamenten, die in den letzten drei Jahren trotz Tierversuchen – infolge unerwarteter massiver Nebenwirkungen – vom Markt genommen oder nachträglich mit Zulassungsbeschränkungen versehen werden mussten:.



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