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02.10.2013

«Tierversuche sind grausam und wissenschaftlicher Unsinn»

DEUTSCHLAND – Zum Welttierschutztag am 4. Oktober macht der bundesweite Verein Ärzte gegen Tierversuche erneut auf die Grausamkeit und den wissenschaftlichen Unsinn der tierexperimentellen Forschung aufmerksam und fordert eine Abkehr von diesem System.

Mittels gezielter Kampagnen, Protestaktionen, wissenschaftlichen Stellungnahmen und politischer Lobbyarbeit engagiert sich die Ärztevereinigung mit ihren lokalen Arbeitsgruppen seit rund 35 Jahren für eine Wissenschaft und Forschung ohne Tierversuche. So kämpft der Verein gegen den Neubau von zwei weiteren Tierversuchslabors in München mit einer Haltungskapazität für 90.000 Mäuse und Ratten sowie andere Tiere. Da die Käfige mehrfach im Jahr neu besetzt werden, ist die tatsächliche Zahl der Tiere, die in diesen Laboren leiden und sterben werden, noch wesentlich höher. Eine andere aktuelle Kampagne richtet sich gegen die grausamen Xenotransplantationsversuche unter anderem an der LMU München, bei denen beispielsweise Herzen von genmanipulierten Schweinen in Affen verpflanzt werden, mit der Folge, dass die Tiere qualvoll sterben.

In Tübingen und Magdeburg setzen sich die Ärzte gegen Tierversuche seit Jahren für ein Verbot der dort praktizierten Hirnversuche an Affen ein - Versuche, wie sie in München und Berlin von den zuständigen Behörden aus ethischen Gründen und mangels medizinischen Nutzens nicht genehmigt wurden.

Die Arbeitsgruppen des Vereins organisieren regelmäßig Protestaktionen an verschiedenen Flughäfen gegen die Affentransporte durch die Fluglinie Air France. Air France ist die letzte europäische Fluggesellschaft, die sich noch immer an dem brutalen aber lukrativen Geschäft beteiligt und Tierversuchslabors mit Affen aus unter anderem Mauritius versorgt.

Rund um den Welttierschutztag finden bundesweit zahlreiche Veranstaltungen statt. So organisiert die Arbeitsgruppe Köln der Ärztevereinigung gemeinsam mit anderen Tierschutzorganisationen das 1. Kölner Tierschutzfest und die AG München ist beim Veganen Oktoberfest in München präsent.

Der Verein unterstützt außerdem die EU-Bürgerinitiative „Stop Vivisection“ für ein Verbot aller Tierversuche. Bis zum 31. Oktober müssen eine Million Unterschriften zusammenkommen, um der EU-Politik den Handlungsbedarf aufzuzeigen.

Der Welttierschutztag geht auf den Heiligen Franziskus von Assisi zurück, der das Tier als lebendiges Geschöpf Gottes und als Bruder des Menschen ansah. Auch den kleinsten Wurm betrachtete er als gottgewollt und schützenswert. Zwei Jahre nach seinem Tod wurde er am 4. Oktober 1228 heilig gesprochen. An diesem Tag weisen jedes Jahr weltweit Tierschützer auf die Leiden der Tiere hin.

Menschen für Tierrechte: Bundesregierung muss Staatsziel Tierschutz gerecht werden

Der diesjährige Welttierschutztag fällt mitten in die Koalitionsverhandlungen für die neue Bundesregierung. Der Bundesverband Menschen für Tierrechte attestiert CDU/CSU eine schlechte Tierschutz-Bilanz. Daher fordert er die Christdemokraten und vor allem die möglichen Koalitionspartner SPD oder Grüne auf, ihre Wahlversprechen in Bezug auf den Tierschutz in einer Koalition konsequent umzusetzen.

„Egal, wer der neue Koalitionspartner wird, wir erwarten von ihm, dass er Biss bei den Verhandlungen um Tierschutzthemen mitbringt und durchsetzt, was in seinem Programm steht. Das ist bei SPD sowie bei den Grünen: die Einführung der Tierschutz-Verbandsklage auf Bundesebene, die Förderung der tierversuchsfreien Forschung und eine umfassende Novellierung des Tierschutzgesetzes“, so Dr. Kurt Simons, Vorsitzender des Bundesverbandes. „Hinsichtlich des millionenfachen Tierleids in der landwirtschaftlichen Tierhaltung sollte sich die zukünftige Regierung ein Beispiel an Nordrhein-Westfalen nehmen, das letzte Woche die Tötung von Eintagsküken verboten hat.“

Für den Bundesverband Menschen für Tierrechte gehören unabdingbar zur Umsetzung des Staatsziels Tierschutz:?- der Paradigmenwechsel für eine tierversuchsfreie Zukunft und?- der Systemwechsel in der Landwirtschaft; weg von der industriellen Tierhaltung.?CDU/CSU hatten vor der Wahl angekündigt, Tierversuche reduzieren und tierversuchsfreie Verfahren durch höhere Forschungsgelder fördern zu wollen. Der Verband erwartet nun, dass die neue Regierung konkrete Konzepte vorlegt. Elementare Bestandteile sollten dabei sein: die Einrichtung eines nationalen Kompetenzzentrums*, Lehrstühle/Professuren für tierversuchsfreie Verfahren, mehr Forschungspreise für tierversuchsfreie Methoden.

„CDU/CSU betonen, Verbesserungen im Tierschutz vor allem EU-einheitlich erreichen zu wollen. Wir erwarten, dass Deutschland dann auch endlich eine Führungsrolle in Brüssel übernimmt und auf EU-Ebene zum Tierschutz-Motor wird!“ unterstreicht Simons.

Die Tierrechtler appellieren aber auch an die Bürger, ihre Macht als Verbraucher zu nutzen. Sie könnten entscheidend dazu beitragen, dass Tierqualprodukte aus den Regalen verschwinden, indem sie sie schlicht nicht kaufen. Der beste Tierschutz sei: eine Ernährung und Lebensweise ohne Produkte vom Tier.



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