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30.09.2011

Traumatisierte Zootiere werden in Tripolis behandelt

LIBYEN – Noch immer hallen Gewehrschüssen rund um den Zoo in der libyschen Hauptstadt Tripolis. Anfang September war VIER PFOTEN als erste internationale Tierschutzorganisation vor Ort, um den eingesperrten Tieren zu helfen.

Bild: VIER PFOTEN

Die Versorgung der 700 Zootiere mit Nahrung stellt eine immense logistische Herausforderung für die Helfer dar. Doch VIER PFOTEN hat es geschafft, die Nahrungsmittellieferungen für September und Oktober sicher zu stellen. Monate harter Arbeit sind nötig, um den Zoo Tripolis vor dem Zusammenbruch zu retten. Noch mehr Zeit wird vergehen, bevor sich die Tere von den Strapazen des Kriegsgeschehens und der Vernachlässigung erholen. Trotz der eskalierenden politischen Spannung traf das VIER PFOTEN-Noteinsatzteam diese Woche zum zweiten Mal in Tripolis ein. Sie übergaben eine von Tierfreunden auf der ganzen Welt gespendete Hilfslieferung dringend benötigter Medikamente an den Zoodirektor und kümmerten sich um die medizinische Versorgung der Tiere.

An erster Stelle standen dabei die stark verwahrlosten Hyänen. „Die Hyänen brauchten unsere Hilfe am dringendsten“, sagt Dr. Amir Khalil von VIER PFOTEN. Die empfindlichen Tiere wurden während des Kriegs stark vernachlässigt. Sie erhielten darum gestern als erste Tiere veterinärmedizinische Behandlung. Nach einer sorgfältigen Untersuchung wurden die Hyänen vom VIER PFOTEN-Team gegen Tollwut geimpft, gegen Parasiten behandelt und ihnen wurde Blut abgenommen, das im Labor untersucht wird. „Außerdem haben wir bei einer der Hyänen Wunden behandelt, die anscheinend durch Kämpfe verursacht wurden“, sagt Dr. Khalil. „Die Tiere hatten in ihren Gehegen keine Beschäftigungsmöglichkeiten und sind durch den Stress des monatelangen Bürgerkriegs aufgeregt und nervös. Teilweise haben sie sich gegenseitig verletzt. “

Jetzt, wo die Grundversorgung der Zootiere sicher gestellt ist, will VIER PFOTEN sich als nächstes für die Verbesserung der Zoogehege einsetzen. „Die Tiere brauchen Abwechslung und Beschäftigung, damit auch ihre emotionalen Wunden schneller geheilt werden“, kommentiert Dr. Khalil. Entsprechende Pläne hat der Tierschützer bereits mit dem Zoodirektor diskutiert.



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