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31.01.2011

Trophäenjagd gefährdet Tansanias Löwen

TANSANIA – Den Abschuss von Löwen, Elefanten und Nashörnern können Besucher von Jagdmessen wie der „Jagd & Hund“ in Dortmund (1. bis 6. Februar) buchen. Wie solche Grosswildjagden Löwen und Leoparden in Tansania gefährden, dokumentieren Wissenschaftler in der Februarausgabe des Fachmagazins Conservation Biology*.

Löwe

„Die Studie zeigt, welche enormen Risiken die Jagd auf gefährdete Arten birgt. Trotzdem ist sie in einigen Ländern legal und wird von der Jagdlobby sogar als Artenschutzmassnahme propagiert“, kritisiert Daniela Freyer von der Artenschutzorganisation Pro Wildlife.

Überhöhte Abschussquoten

1980 lebten noch mehr als 75.000 Löwen in Afrika. Nach neuesten Schätzungen sind es heute nur noch etwa 23.000. Ausländische Jäger exportierten zwischen 2002 und 2009 insgesamt 4.791 Löwentrophäen legal aus Afrika. Fast ein Drittel davon kam aus Tansania. Wissenschaftler sind nun auch um den grössten noch verbliebenen Löwenbestand besorgt, denn in Tansania wird der „König der Tiere“ seit Jahren durch Trophäenjäger dezimiert. Die Wissenschaftler befürchten, dass sich die Jagd auf die Leopardenbestände ähnlich negativ auswirkt. Andere Risiken wie Wilderei und Lebensraumzerstörung waren laut der Studie nicht dafür verantwortlich, dass die Bestände zurückgegangen sind.

500 Löwen pro Jahr gibt Tansanias Regierung theoretisch für legale Abschüsse frei. Doch längst gibt es nicht mehr so viele Trophäentiere, so dass mittlerweile nur noch halb so viele Löwen von Jägern erlegt werden wie im Jahr 1996. „Immer mehr Jäger gehen auf Löwenjagd, obwohl es immer weniger Löwen gibt“, kritisiert die Pro Wildlife Sprecherin.

Trophäenjagd ist kein Artenschutz

Immer wieder wird Trophäenjagd als Artenschutzmassnahme propagiert: weil sie Devisen bringt, und damit theoretisch einen Anreiz bietet, Wildtierbestände als Einnahmequelle zu erhalten. „Die neue Studie belegt das Gegenteil: Nicht Wilderer, Viehhalter oder Lebensraumzerstörung dezimieren in Tansania die Bestände von Löwen, sondern die legale Trophäenjagd“, sagt die Pro Wildlife-Sprecherin. „Eine Löwenjagd bringt dem Jagdanbieter 40.000 bis 100.000 Dollar ein, deswegen wird noch den letzten männlichen Tieren gnadenlos nachgestellt.“ Die Studie belegt, dass Jäger zunehmend jüngere Tiere erlegen, weil die begehrten erwachsenen, männlichen Löwen fehlen. Trophäenjäger haben es in der Regel auf die stärksten, erfahrensten und für die Arterhaltung wichtigsten Tiere abgesehen – mit folgenschweren Auswirkungen: Wird ein männlicher Löwe im besten Fortpflanzungsalter getötet, dann übernimmt ein jüngeres Männchen das Rudel: Der neue Rudelchef tötet die vom Vorgänger gezeugten Jungen. „Die Trophäenjagd dezimiert den Tierbestand also weit über den Abschuss des einzelnen Tieres hinaus“, so Freyer. Die Pro Wildlife-Sprecherin bezweifelt auch die These von Jagdbefürwortern, der Abschuss diene der Armutsbekämpfung. „An den erheblichen Profiten der Jagdreiseanbieter werden die Menschen, die vor Ort mit den Wildtieren leben, nur minimal beteiligt. Die Armut der Menschen wird oft nur als Feigenblatt missbraucht, um die Trophäenjagd gesellschaftsfähig zu machen“, betont Freyer.

Mangelnde Kontrollen

Nicht nur überhöhte Abschussquoten, auch mangelnde Kontrolle machen die Jagd auf gefährdete Arten zu einem besonderen Risiko: Meist können die Behörden nicht kontrollieren, ob Abschussquoten und andere Auflagen in den riesigen, oft menschenleeren Jagdgebieten Afrikas eingehalten werden, statt dessen unterliegen solche Kontrollen zum Teil der Jagdindustrie. In Tansania und anderen Jagdreise-Destinationen wie Südafrika und Simbabwe enthüllt die Presse immer wieder, dass die Veranstalter Quoten nicht einhalten oder in Wilderei verwickelt sind. Oft sind korrupte Wildhüter und Behörden an illegalen Jagden beteiligt.

Quelle: Tierschutznews.ch



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