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20.07.2010

Überfüllte Tierheime wegen Hundegesetzen

SCHWEIZ – Allein im letzten Jahr haben die Tierschutzvereine in der Schweiz rund 24'000 abgegebene Tiere in Tierheimen aufgenommen und betreut. Dies geht aus einer Erhebung des Schweizer Tierschutz STS hervor. Zunehmend zum Problem werden Hunde sogenannter «Kampfhunderassen», welche durch die verschärften Hundegesetze in vielen Kantonen kaum mehr vermittelbar sind.

Diese Tatsache führt in den Tierheimen zu höheren Kosten für Betreuung und Unterbringung, die ihnen aber vom Staat nicht abgegolten werden. Denn die meisten Tierschutzvereine finanzieren sich fast ausschliesslich über Spenden und viel Freiwilligenarbeit.

Gerade jetzt zur Hauptferienzeit sind die Tierheime meistens bis auf den letzten Platz besetzt. So mancher Tierbesitzer holt dabei seinen Hund oder seine Katze nach dem Urlaub einfach nicht mehr ab oder schiebt das Tier schon vorher ab. Allein im letzten Jahr haben 57 Tierschutzvereine rund 24'000 Tiere aufgenommen, die entweder abgegeben, beschlagnahmt oder aufgefunden wurden. Dies ergibt die Auswertung einer Umfrage des Schweizer Tierschutz STS unter seinen 69 regionalen und kantonalen Sektionen sowie externen Tierschutzvereinen, wie der PSA Genf und dem Zürcher Tierschutz (4’040 Hunde (17%), 11'400 Katzen (48%), 3’000 Nager (12%), 5’410 andere Tiere (23%) wie z.B. Wildtiere, Fische, Vögel, Igel, kleine Nutztiere, etc). 

Damit zeichnet sich erneut eine Steigerung der Tierschutzarbeit ab: 2007 waren es 18'800 aufgenommene Tiere, 2008 bereits 21'040. Die Gründe dafür sind vielfältig. In erster Linie dürfte der Heimtierboom in unserer Gesellschaft dafür verantwortlich sein. Immer mehr Menschen schaffen sich ein Heimtier an und sind dann häufig arbeitsmässig und finanziell überfordert. Während das Gewerbe von der petfood-Industrie bis zum Zoofachhandel von der Tierliebe der Schweizer profitiert, sind die Tierschutzvereine mit den negativen Konsequenzen konfrontiert und finanziell immer stärker gefordert. 

Etwa 20 Franken am Tag kostet der Aufenthalt eines Tieres im Tierheim. Jährlich müssen so die Tierschutzvereine rund 8 Millionen Franken aus privaten Spenden aufwenden, um allein für die Unterbringungskosten dieser Tiere aufzukommen. Denn die allermeisten Kantone und Gemeinden springen da finanziell nicht ein, obwohl der Tierschutz gesetzliche Pflicht ist.

«Listenhunde» bleiben oft Dauerpensionäre

Etwa 18'000 Tiere finden jedes Jahr wieder einen neuen Platz. Doch alte, kranke oder verhaltensgestörte Tiere können nur selten weitervermittelt werden. Ein Problem sind Hunde, welche von etlichen Kantonen als «potentiell gefährliche Hunderasse» eingestuft werden. Solche als «Kampfhunde» verpönte Vierbeiner landen in den Tierheimen und sind kaum mehr vermittelbar. Doch viele Tierheime stossen aus Platzgründen und in finanzieller Hinsicht an ihre Grenzen. Gemäss der STS-Umfrage haben 23 Tierschutzvereine angegeben, dass sie keine weiteren dieser «Listenhunde» aufnehmen könnten.

Die Bevölkerung reagiert zunehmend sensibler auf Tierschutzvergehen: 5'726 Meldungen erhielten die Tierschutzvereine allein im vergangenen Jahr. Häufig übernehmen die Tierschutzprofis die Abklärungen direkt selber und entlasten damit auch die Behörden in ihrer Arbeit. Doch nicht in allen Kantonen gestaltet sich die Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt so gut wie in Zürich, St. Gallen oder Aargau. Manche Fälle gehen selbst den erfahrenen Tierschützern noch unter die Haut, wenn Tiere grausam misshandelt oder vernachlässigt werden. Meistens sind Hunde oder Katzen die Opfer von Tierquälerei, doch gehen auch Klagen über schlechte Nutztierhalter ein.

Wichtige Präventionsarbeit

Damit neues Tierleid vermieden werden kann, führen der STS und seine Sektionen in Zusammenarbeit mit engagierten Tierärzten seit zehn Jahren eine schweizweite Aktion zur Kastration von Katzen durch. Jährlich können so rund 10'000 Katzen – der allergrösste Teil stammt von Bauernhöfen - kastriert werden, um ein unerwünschtes Anwachsen der Katzenpopulation und tausendfaches Tierleid zu verhindern. Auch hier wird der STS nicht vom Staat unterstützt, obwohl ein von der Schweiz unterzeichnetes europäisches Tierschutz-Übereinkommen das vorsähe. Störend ist, dass Bauern jährlich zehntausende von Franken an Direktzahlungen erhalten, aber nicht angehalten werden, Vorkehrungen gegen unerwünschten Katzennachwuchs zu treffen und für gesunde Katzen auf den Höfen zu sorgen.

Seit das neue Tierschutzgesetz 2008 in Kraft getreten ist, bekommen die Tierschutzvereine immer mehr Anfragen zur artgerechten Tierhaltung. Auf der Geschäftsstelle des STS sind zahlreiche Broschüren und Merkblätter zu vielen Heim- und Nutztierarten sowie grundsätzliche Informationen erhältlich.

Quelle: Tierschutznews.ch



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