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30.03.2012

Unbelehrbares ConnyLand-Management: Delfin-Halteverbot soll bekämpft werden

SCHWEIZ – Das ConnyLand in Lipperswil hält trotz drohendem Import- oder Halteverbot an seinem Delfinarium fest. Die emotionalen Diskussionen nach dem Tod zweier Delfine im November 2011 habe die Schweizer Parlamentarier in der vergangenen Frühjahrssession zu einem unüberlegten Entscheid verleitet. Das sagte Erich Brandenberger, Mediensprecher des Connyland.

«Ein Importverbot käme in unserem Fall einem Halteverbot gleich», sagte Brandenberger. Eine tiergerechte Haltung der letzten drei Connyland-Delfine - einer Mutter mit ihren beiden männlichen Jungtieren - wäre nicht mehr möglich.

Wohin mit Delfinen?

Die Gruppe müsse getrennt werden, sobald das siebenjährige Männchen geschlechtsreif sei. Da die ursprünglich geplante Erweiterung der Gruppe durch ein Männchen aus dem europäischen Erhaltungszucht-Programm nicht zulässig wäre, wären die Mutter und ihr heute zehn Monate altes Delfinbaby allein.

«Das wäre für eine Spezies, die in hierarchischen Gruppen lebt, nicht artgerecht», sagte Brandenberger. Eine Schliessung des Delfinariums wäre die einzige Möglichkeit. «Doch wir wüssten nicht, wohin mit den Tieren». Es komme weder eine Auffangstation noch ein anderes Delfinarium in Frage.

Entscheid bekämpfen

Das Connyland werde den Entscheid des Parlaments, der in der nächsten Session gefällt wird, rechtlich überprüfen lassen und bekämpfen, sagte Brandenberger.

Ein Verbot der Delfinhaltung hätte die Schliessung von Schweizer Zoos zur Folge. Die Haltung anderer Wildtiere wie Elefanten, Löwen, Tiger, Menschenaffen oder Nashörner, müsste ebenfalls verboten werden, sagte der Mediensprecher.

So wie Connyland für seine Delfinshow kämpft, so sind andere dagegen. Diese Woche ein Thurgauer Tierschützer angekündigt, eine kantonale Initiative gegen die Delfinhaltung lancieren zu wollen.

Vergiftungs-Theorie

Die politische Diskussion zur Delfinhaltung werde vor dem Hintergrund des Todes von zwei Connyland-Delfinen im letzten November sehr emotional geführt. «Wir sind nach wie vor überzeugt, dass unsere Delfine vergiftet wurden und werden dies beweisen», sagte Brandenberger.

Dass die Tiere wegen Antibiotika im Hirn starben, glauben die Betreiber des einzigen Delfinariums der Schweiz nicht.

Das Connyland habe bei Experten eine Untersuchung in Auftrag gegeben und werde die Öffentlichkeit in zwei bis drei Wochen über die wirkliche Todesursache informieren. «Wenn wir beweisen, dass die Tiere vergiftet wurden, beeinflusst dies hoffentlich die öffentliche Diskussion», sagte Brandenberger.

Auf Expansionskurs

300'000 Besucher kommen jährlich in den grössten Freizeitpark der Schweiz im thurgauischen Lipperswil. Eine Schliessung des Delfinariums würde zu Einbussen führen, sagt Brandenberger: «Ein Teil unserer 80 Arbeitsplätze wäre gefährdet».

Ungeachtet der Diskussionen zur Delfinhaltung glauben die Parkbetreiber an Erfolg durch Wachstum. In den letzten Jahren seien im Freizeitpark auf dem Seerücken mehrere Millionen Franken investiert worden, sagte der Mediensprecher.

Saisoneröffnung am Samstag

Zur Saisoneröffnung am kommenden Samstag präsentiert das Connyland ein neues Karussell, eine neues Café mit Theater-Show und weiht einen Teil des neugebauten Restaurants ein.

Einer angekündigten Demonstration von Tierschützern am Tag nach der Eröffnung sehe man gelassen entgegen, sagte Brandenberger.



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