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05.12.2011

Ungarn bricht EU-Recht / Gänse trotz Verbot lebendig gerupft

UNGARN – Das Rupfen von lebendigen Gänsen für Daunen und Federn ist weltweit als Tierquälerei geächtet und in der EU und der Schweiz verboten. Doch in Ungarn wurden dieses Jahr die massive Tierquälerei in mehreren Fällen dokumentiert und angezeigt.

Die Beweisaufnahmen zeigen tausende kahlgerupfte Gänse, viele Tiere mit blutverkrusteten Wunden. Tote, nacktgerupfte Gänse liegen in Haufen auf dem Boden. Die Tierschützer haben die Videos umgehend an die ungarischen Behörden und die Daunenindustrie übergeben und zwischen Juli und Oktober 2011 insgesamt drei Betriebe angezeigt. Doch statt die illegalen Gänserupfer strafrechtlich zu verfolgen, stellten sich die Behörden schützend vor die Täter. Alle Strafanzeigen von VIER PFOTEN wurden inzwischen eingestellt. Die Polizei und Veterinärbehörden sehen in den nacktgerupften, verletzten Tieren keinen Rechtsverstoss. Obwohl VIER PFOTEN auf die Beschlagnahmung der "Blutdaunen" gepocht hat, verschwanden die Tonnen von Daunen aus dem illegalen Rupf spurlos. Als Konsequenz fordert man nun alle Verbraucher dazu auf, keine Produkte mit Daunen zu kaufen.

"Die aktuellen Fälle zeigen, dass die Daunenindustrie nichts dazugelernt hat", sagt Kampagnenleiterin Andrea Danzeisen von VIER PFOTEN Schweiz. "Statt die Täter jetzt persönlich vor Ort zu stellen und zur Rechenschaft zu ziehen, bombardiert die Daunenindustrie VIER PFOTEN mit Anwaltspost."

Dass in einem EU Land Behörden ganz offen den Rechtsbruch legitimieren, zeigt, dass die EU und speziell die EU-Behörde EFSA  versagt haben. Die EFSA hatte vor einiger Zeit für Entsetzen bei Experten und Tierschutz gesorgt, als sie der Branche das "Ausstreichen der Daunen während der Mauser" gewährte. Offiziell ist die Entnahme von Daunen und Federn bei lebenden Gänsen nur dann erlaubt, wenn es den Tieren keine Schmerzen, Leiden oder Verletzungen zufügt. "In der Praxis ist das natürlich vollkommen unrealistisch. Die Branche konnte weltweit noch keinen einzigen Betrieb nennen, der seine Daunen nur dadurch gewinnt, dass er den Gänsen während der Mauser die Daunen ausstreift", kritisiert Danzeisen. "Der Mauserrupf wird als Schlupfloch für den Lebendrupf missbraucht." Auf die Angaben der Verkäufer beim Kleidungskauf ist dabei keinerlei Verlass. Ende 2010 wies die Tierschutzorganisation nach, dass Firmen, die schriftlich versichert hatten, keinen Daunen von lebenden Gänsen zu verarbeiten, genau das taten.?Das Rupfen von lebenden Gänsen ist Tierquälerei.



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