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01.04.2015

Unzureichender rechtlicher Schutz von Terrarientieren

Die Haltung von Terrarientieren – insbesondere von Reptilien – boomt. Allerdings stellen einige dieser Tierarten hohe Anforderungen an ihre Umwelt, weshalb die Anschaffung eines exotischen Wildtieres stets wohl überlegt sein sollte. Trotz der hohen Zahl gehaltener Terrarientiere ist ihre rechtliche Erfassung nach wie vor in vielen Bereichen ungenügend. Aufgrund des mangelhaften rechtlichen Schutzes und der oftmals unzureichenden Kenntnisse über ihre Bedürfnisse besteht für diese Tiere ein hohes Risiko, Opfer von Tierschutzverstössen zu werden.

Bild: Petter Bøckman/wikimedia.org

Entsprechend dem internationalen Trend erfreut sich die Haltung exotischer Tiere auch in der Schweiz zunehmender Beliebtheit. Geschätzte hunderttausend Reptilien, Amphibien und Spinnentiere leben in Schweizer Haushalten. Die tiergerechte Unterbringung und Betreuung solcher Tiere stellt sehr hohe Anforderungen an deren Halter, über die Bedürfnisse der einzelnen Tierarten ist zum Teil aber nur wenig bekannt. Deshalb sollte die Anschaffung eines exotischen Tieres – wie jeder Kauf eines Tieres – gut überlegt sein.

In tierschutzrechtlicher Hinsicht gelten alle Reptilien und Amphibien als Wildtiere. Für diverse Arten ist eine Einfuhr- und Haltebewilligung, ein Sachkundenachweis oder eine sogenannte fachspezifische berufsunabhängige Ausbildung erforderlich. Nicht vom Anwendungsbereich der Tierschutzgesetzgebung erfasst sind allerdings wirbellose Tiere, so auch unzählige klassische Terrarientiere wie Spinnen, Skorpione oder Insekten. Trotzdem müssen sich natürlich auch die Halter dieser Tiere über deren Bedürfnisse informieren, um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen.

Viele Terrarientiere verfügen über ein hochentwickeltes Empfindungsvermögen. Demgegenüber fehlt ihnen oftmals die entsprechende Ausdrucksmöglichkeit, was zu Schwierigkeiten bei der Beurteilung ihres Zustands führt. Dieser Umstand sowie das fehlende Fachwissen über die Ansprüche dieser Tiere machen Terrarientiere zu potenziellen Opfern von Tierschutzdelikten. Die TIR forderte deshalb bereits in ihrer Analyse der Tierschutzstrafpraxis 2009 vom Zoofachhandel und insbesondere von den Tierschutzvollzugsbehörden eine erhöhte Sensibilität für die Bedürfnisse von Terrarientieren. Durch umfassende Aufklärung, verbesserte Aus- und Weiterbildung, vermehrte Kontrollen, unverzügliches Einschreiten und konsequente Strafverfolgung könnten Haltungsfehler breitflächig unterbunden werden.

Im Sinne dieser Forderung verweist die TIR an dieser Stelle gerne auf die Website www.recht.pogona.ch, die in umfassender Weise die Rechtsgrundlagen für Terrarientiere zusammenfasst und sie einem grossen Publikum übersichtlich zur Verfügung stellt. Die Inhalte der Website wurden von der dipl. Umwelt-Naturwissenschaftlerin ETH und Terrarientierexpertin Sabine Nasitta im Rahmen eines gemeinsamen Projekts mit der TIR erarbeitet.
Quelle: Stiftung für das Tier im Recht



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